"Das Symbol muss Inhalt haben"

12. Mai 2005, 13:41
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In Kärnten werden wieder zweisprachige Ortstafeln aufgestellt

Klagenfurt - Seit 33 Jahren warten Schwabek/Zvabek, Windisch/Bleiberg/Slovenji Plajberk und Ortschaften in Ludmanndorf/Bilcovs auf zweisprachige Ortstafeln. Was nach dem Kärntner Ortstafelsturm von 1972 so gut wie aussichtslos schien, soll zumindest für ein paar Gemeinden im Kärntner gemischtsprachigen Gebiet heute Realität werden. Ein neuerlicher "Volkssturm" gegen die den Kärntner Slowenen laut Staatsvertrag zustehenden Ortstafeln ist nicht zu erwarten. Denn Bundeskanzler Wolfgang Schüssel und Kärntens Landeshauptmann Jörg Haider werden die Aufstellung höchstpersönlich überwachen. Fototermin inklusive. Bundespräsident Heinz Fischer sagte ab.

Die Freude über den symbolträchtigen Akt im Gedenkjahr hält sich bei den Kärntner Slowenen in Grenzen. Denn mit den bis 2008 in einer Kärntner Konsenskonferenz beschlossenen 20 weiteren Ortstafeln wird gerade einmal die Topographieverordnung von 1977 erfüllt. Jene Verordnung, die 2001 von VfGh aufgehoben wurde. "Kärnten ist wie es ist. Ich freu' mich, aber noch mehr freut mich, wenn das VfGH-Erkenntnis erfüllt wird", sagt der Obmann des Zentralverbandes Marjan Sturm. "Wir können nur hoffen, dass diesem Symbol auch Inhalt gegeben wird", zeigt sich Ratsobmann Joze Wakounig skeptisch. Umso mehr, als sich der Heimatdienst am Mittwoch in Zeitungsinseraten wieder deutlich hinter seine Verhandlungsposition zurückzog. (stein/DER STANDARD, Printausgabe, 12.05.2005)

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