Prämienerhöhungen bei Pensionsvorsorge

20. Mai 2005, 16:51
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Weil die Österreicher immer älter werden, steigen die Prämien für ihre Rentenversicherungen 2006 um fünf bis 15 Prozent

Rom - Die steigende Lebenserwartung wird die private Rentenversicherung im kommenden Jahr verteuern. Um auf eine bestimmte lebenslange Rentenleistung zu kommen, muss der Kunde künftig bei neuen Verträgen mehr Prämie zahlen oder bei gleicher Prämie eine geringere Auszahlung akzeptieren. Die Erhöhungen dürften zwischen fünf und 15 Prozent liegen. Diese Prognose gab Elisabeth Stadler, Vorstand in der Raiffeisen Versicherung und der UNIQA-Personenversicherung, bei einem Symposium vor Journalisten in Rom ab.

Die steigende Lebenserwartung führt zu einer Änderung der so genannten Sterbetafeln aus dem Jahr 1996, die die Kalkulationsgrundlage für die Rentenversicherung darstellen und deren Neufassung heute, Donnerstag, vorgestellt wird. Von den Prämienerhöhungen am stärksten betroffen sind jüngere Versicherungsnehmer. Die Schere zwischen Männern und Frauen geht laut Stadler leicht zusammen. Keine Preiserhöhungen gibt es bei Kapitallebensversicherungen, bei denen das Angesparte am Ende der Laufzeit ausbezahlt wird.

Die UNIQA-Gruppe rechnet daher für heuer noch mit deutlich höheren Verkaufszahlen bei der privaten Rentenversicherung: Da die höheren Prämien, die voraussichtlich in den ersten Monaten 2006 eingeführt werden, nur für neue Verträge gelten, dürften sich viele Kunden noch die alten Tarife und Leistungen sichern. Der Vorstandssprecher der zur UNIQA-Gruppe gehörenden Raiffeisen Versicherung, Christian Sedlnitzky: "Leute, die Renten wollen, werden heuer abschließen."

Im Jahr 2004 stiegen die Prämieneinnahmen der Assekuranzen in der Lebensversicherung um 8,5 Prozent auf rund 6,2 Mrd. Euro. Nach einer aktuellen Raiffeisen-Umfrage sinkt das Einkommen der Österreicher in der Pension deutlich: Hat vor dem Ruhestand noch die Hälfte der Berufstätigen mehr als 1950 Euro zur Verfügung, so beträgt der Anteil bei den Pensionisten nur noch 28 Prozent.

Für die Raiffeisen Versicherung selbst bleibt der Bankschalter zentraler Vertriebsweg. Die Kooperation Banken-Versicherungen ist laut Sedlnitzky "sehr wichtig" geworden, Raiffeisen sei damit auch beim Verkauf von Autoversicherungen erfolgreich. Insgesamt mache die Sachversicherung rund fünf Prozent der gesamten Prämieneinnahmen aus. Im ersten Quartal 2005 stiegen die Prämieneinnahmen der Raiffeisen Versicherung um 13,6 Prozent auf 263,2 Mio. Euro. Davon stammten 92,1 Prozent aus der Lebens- und 3,3 Prozent aus der Kfz-Versicherung.

Zur Diskussion um das Provisionsmodell in der Lebensversicherung (zurzeit fallen Provisionen nach Vertragsabschluss auf einmal an) sagte Sedlnitzky, er sei ein "großer Befürworter verteilter Provisionen". Das Problem, das dahinter steckt: Die Gehälter von Versicherungsmitarbeitern sind derzeit auf Abschlussprovisionen abgestellt. (APA, red, DER STANDARD, Print-Ausgabe, 12.5.2005)

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