Bröckelnde Front im Kampf gegen Vogelgrippe

17. Mai 2005, 11:10
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Betroffene Länder verweigern Herausgabe von Virenproben und Informationen - WHO-Experten fürchten vor allem den H5N1-Stamm

London - Im Kampf gegen die Vogelgrippe sehen Experten der Weltgesundheitsorganisation (WHO) Probleme, weil betroffene Länder die Herausgabe von Virenproben und Informationen verweigern. Die WHO könne derzeit nicht verlässlich sagen, ob das Virus sich so verändere, dass es auch für Menschen gefährlich werde, berichtet das britische Wissenschaftsmagazin "Nature" in seiner jüngsten Ausgabe.

Demnach erhielt die Organisation zuletzt vor acht Monaten Angaben zu Viren infizierten Geflügels aus Asien. Zudem habe die WHO erst sechs Virenproben der mehreren Dutzend Patienten erhalten, die seit Jahresanfang am Virusstamm H5N1 erkrankt seien.

Sorglosigkeit

Es sei so, als ob ein Autofahrer trotz ungewohnter Geräusche des Motors weiterfahre, obwohl er nicht wisse, ob es etwas Ernstes bedeutet, sagte der Leiter des Anti-Grippe-Programms der WHO, Klaus Stöhr, dem Blatt. Die Untersuchung von Virenproben ist für die Erkennung genetischer Veränderungen des Erregers erforderlich.

Die WHO fürchtet, dass sich der für Menschen lebensgefährliche H5N1-Stamm des Erregers so verändert, dass er hoch ansteckend wird. Seit Ende 2003 sind in Vietnam, Thailand und Kambodscha mindestens 52 Menschen an der Vogelgrippe gestorben. (APA)

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    Enges Zusammenleben von Menschen und Vögeln birgt Gefahren

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