Subversives Blech

11. Mai 2005, 20:28
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Die Youngblood Brass Band im Salzburger Jazzit

Es scheint nur logisch, dass in Zeiten des Balkan-Hypes und der überall schallenden Roma-Brass-Bands jene neue Freude an scharfer Blasmusik auch in den Westen zurückschlägt. Und dort so bizarre Blüten treibt wie die Londoner Bollywood Brass Band, die indischen Cinemascope-Kitsch auf ihre Weise deutet.

Oder eben Ensembles, die sich zu Recht daran erinnern, dass in derartigen Instrumentenschaften ja bereits zu Anfang des letzten Jahrhunderts im heißen Süden der USA den Ablebenden auf sehr diesseitige Weise ein letztes Mal der Marsch geblasen wurde.

Nachdem in diesem Genre Formationen wie die Dirty Dozen Brass Band oder die Rebirth Brass Band jahrelang allein das schon etwas kümmerliche Flämmchen am Leben hielten, hat man nun in Gestalt der frisch-frechen Youngblood Brass Band Verstärkung bekommen. Die acht Youngsters aus Madison/Wisconsin bringen Trompeten und Posaunen sowie Euphonium, Sousafon und anderes schwergewichtiges Musik-Blech mittels nicht zu knapper Prisen HipHop, Funk, Latin und Soul gehörig ins Schwitzen.

Mit im Gepäck haben diese Boys, die bereits vor zwei Jahren das Jazzit zum Vibrieren gebracht haben, ihr hier zu Lande erst Ende Mai erscheinendes Debütalbum "Live Places" (Layered Records/Edel). (felb/ DER STANDARD, Print-Ausgabe, 12.5.2005)

12. 5. 20.00,

Jazzit, 5020 Salzburg, Elisabethstr. 11,
(0662) 88 32 64,

jazzit.at
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