Politischer Wirbel nach Bachlers Bestellung

11. Mai 2005, 18:56
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Kritik der Grünen an der CDU-Kunstpolitik

München - In Bayern hat die Bekanntgabe, dass Burgtheaterdirektor Klaus Bachler 2008 Intendant der Staatsoper in München werde, für einen politischen Wirbel gesorgt. Nach Ansicht der Grünen ist das bayerische Kunstministerium bei der Suche nach einem Intendanten "mit grober Ungeschicklichkeit" vorgegangen. CDU-Kunstminister Thomas Goppel hatte am Dienstag Bachler vorgestellt - obwohl noch über die Vertragsauflösung mit dem ursprünglich vorgesehenen Christoph Albrecht verhandelt wird. Nach der Präsentation Bachlers ließ Albrecht ausrichten, noch habe er den gültigen Vertrag, die Verhandlungen hätten noch keinen Erfolg gehabt.

"Das ist ein peinliches Trauerspiel, das die Staatsregierung hier inszeniert hat", erklärte die Landtagsabgeordnete Ulrike Gote von den Grünen. Sie will wissen, was die Abfindung für Albrecht kosten wird und wer die Verantwortung für den Personalpoker trägt. "Schade, dass der künstlerisch hervorragende Bachler sein neues Amt mit so viel Theaterdonner antritt", erklärte Gote. Für den SPD-Landtagsabgeordneten Peter Hufe stellt sich die Frage, warum man Bachlers Berufung verkünden musste, bevor die Verhandlungen mit Albrecht abgeschlossen sind. "Für den Opernstandort München ist das kein Ruhmesblatt."

"Es geht nur um Geld", erklärte Kunstreferent Toni Schmid vom Kunstministerium. Wichtig sei aber, dass trotz der Verhandlungen mit Albrecht der Berufung von Bachler nichts im Wege stehe. "Das eine hat mit dem anderen nichts zu tun", betonte er. Zu den Gründen für die geplante Vertragsauflösung wollte er sich nicht äußern. Dem Vernehmen nach war Albrecht nicht der Wunschkandidat des designierten Generalmusikdirektors Kent Nagano. (dpa/DER STANDARD, Print-Ausgabe, 12.5.2005)

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