Kopf des Tages: La Fiona verführt Männer und Medien

31. Mai 2005, 17:33
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Eine moderne Inkarnation der Femme fatale - Sie verspricht Glamour und Geld, sie scheint unbändig und ein wenig verrucht

Für die Seitenblicke-Gesellschaft, immer auf der Suche nach neuen Ikonen in der endlosen Reality-Soap der Reichen und Schönen, ist "La Fiona", wie sie italienische Medien ehrfürchtig nennen, eine Idealbesetzung: Sie verspricht Glamour und Geld, sie scheint unbändig und ein wenig verrucht – eine moderne Inkarnation der Femme fatale. Dieses Wesen aus einer anderen, in den Augen der wenig weltgewandten Konsumenten wohl besseren und jedenfalls aufregenderen Welt, ist nun also hinabgestiegen in das Leben des österreichischen Finanzministers Karl-Heinz Grasser.

Frage, wer da wen verführt, stellt sich nicht

Die Frage, wer da wen verführt, stellt sich nicht. Fiona Swarovski (40), Mutter von drei Kindern (Arturo, 14, Nicola, 11, und Tayla, 4), zweimal verheiratet, zuletzt in den Armen von Formel-1-Chef Flavio Briatore und TV-Millionär Florian Haffa gesehen, spielt nicht in der Liga des Kärntner Autohändlersohnes. Sie ist eine Exponentin des internationalen Jetsets – jener Global Family, in der nur aufgenommen wird, wer über die richtige Abstammung, persönliche Originalität, kosmopolitisches Savoir-vivre und – nicht zuletzt – über finanzielle Unabhängigkeit verfügt.

Oberhaupt einer italienischen Gelddrucker-Dynastie

All das hat die Tochter von Marina Swarovski und Rino Giori, der Oberhaupt einer italienischen Gelddrucker-Dynastie war. Sie besitzt Wohnungen in Zürich und Paris, ein Landhaus in der Toskana und eben jene Villa auf Capri namens "Il Fortino", auf die Paparazzi derzeit bevorzugt ihre Objektive richten. Ihren ersten Verehrer hatte sie mit 14, mit 17 stellte ihr ein US- Millionär einen mit tausend roten Rosen geschmückten Rolls-Royce vor die Tür, ein anderer Aspirant versuchte es mit weißen Rosen, die er aus einem Helikopter warf.

Kristall-Dynastie

Ihre Mutter Marina ist die Schwester von Gernot Langes- Swarovski, der zum einflussreicheren Zweig der weit verzweigten, über hundert Nachkommen zählenden Tiroler Kristall-Dynastie gehört. Das 1892 von Stammvater Daniel gegründete Unternehmen wird heute auf zwei Milliarden Euro geschätzt. Sechs Beiräte nehmen die Interessen der drei Familienstämme war, Fionas Mutter sitzt im entscheidenden Gremium. Laut eigenen Angaben soll Fiona ihr bald nachfolgen.

Einen Sinn für Geschäftstüchtigkeit kann man der studierten Kunsthistorikerin, die fließend in fünf Sprachen parliert, nicht absprechen. Vor zwei Jahren gründete sie die Mailänder "Fiona Winter Studios", die zu 51 Prozent ihr selbst und zu 49 Prozent Swarovski Italia gehört. Auch im Marketing der edlen, mit hauseigenen Kristallen bestickten Kaschmirteile agiert Fiona ganz wie andere Erbinnen mit klingendem Namen: Imageträger ist sie selbst, jeder Auftritt in den Klatschspalten somit unbezahlte Werbung – ob mit oder ohne einen Jüngling namens Grasser an ihrer Seite.(Barbara Tóth, DER STANDARD Printausgabe 12.5.2005)

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    La Fiona

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