Jetzt ist es amtlich: Österreich steigt ab

15. Mai 2005, 15:42
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Abschlussschwaches ÖEHV-Team besiegelt mit einer 2:6-Niederlage gegen Slowenien den Abstieg und nimmt Deutschland gleich mit

Innsbruck - Nach acht Jahren in der Eliteklasse ist die österreichische Eishockey-Nationalmannschaft aus der A-Gruppe abgestiegen. Die ÖEHV-Auswahl konnte am Mittwochabend die Mini-Chance auf den Klassenerhalt nicht nützen und schaffte auch keinen versöhnlichen Abschied. Die Österreicher unterlagen zum Abschluss der WM-Relegation Slowenien mit 2:6 (1:0,0:3,1:3) und spielen 2006 in der Division I. So wie am Vortag Österreich wartete diesmal Deutschland vergeblich auf Nachbarschaftshilfe und muss ebenfalls in die zweite Liga, Slowenien und Dänemark schafften den Klassenerhalt.

Weltneuheit: Erstmals Gastgeber ohne Sieg

Auf der WM im eigenen Land scheint ein Heim-Fluch zu liegen, auch bei der bisher letzten WM 1996 in Wien war Österreich abgestiegen. Diesmal hat die Mannschaft von Herbert Pöck aber schon vor dem abschließenden Spiel die Chance praktisch verspielt. Zumindest 8:0 hätten Kalt und Co. in der Innsbrucker Olympiahalle gewinnen müssen, jeder andere Sieg hätte die DEB-Auswahl gerettet. Doch letztlich stellten die Österreicher einen wenig schmeichelhaften WM-Rekord auf: Erstmals in der Geschichte von A-Weltmeisterschaften blieb der Gastgeber ohne Sieg.

Strafen, Strafen, Strafen

Ein Harakiri-Spiel mit vollem Risiko hatte Teamchef Pöck angekündigt, und zunächst war auch Feuer im Spiel der Österreicher. Kaspitz sorgte vor rund 3.000 Zuschauern nach 4:06 Minuten für eine frühe Führung. Die rot-weiß-rote Auswahl, die an mehreren Positionen umgestellt worden war, dominierte das erste Drittel klar (12:3 Torschüsse), scheiterte aber im Abschluss und bekam vom russischen Schiedsrichter Bulanow auch Strafen in Serie aufgebrummt.

Jan sorgte für die Entscheidung

Im Mitteldrittel drehte Slowenien die Partie. Ivo Jan (26./PP), Marcel Rodman (35.) und Tomaz Razingar (37.) schossen die Slowenen nach Riga, wo im kommenden Mai die WM 2006 stattfindet. Verteidiger Gerhard Unterluggauer brachte im Schlussdrittel sein Team noch einmal heran (42./PP), mit seinen drei Treffern wurde er klar zum besten österreichischen Torschützen bei dieser WM und erzielte gleich viele Tore wie alle Stürmer zusammen. Allerdings war die Chance und damit der Elan längst dahin, der ehemalige Österreich-Legionär Ivo Jan sorgte mit zwei weiteren Treffern (46., 50.) für die Entscheidung.

"Deutschland, Deutschland, alles ist vorbei"

"Nehmt wenigstens die Deutschen mit", forderten die Fans auf einem Transparent und brachten mit "Deutschland, Deutschland, alles ist vorbei", ihre Schadenfreude zum Ausdruck. Denn die Deutschen begleiten die ÖEHV-Auswahl, die das Turnier mit einem einzigen Punkt aus sechs Spielen (2:2 gegen Deutschland) beendete, in die erste Division. Wann und wo es um den Wiederaufstieg geht, wird Ende der Woche festgelegt. Die Teamchef-Frage soll nach der WM entschieden werden, dass der Vertrag von Herbert Pöck nach verpasster Olympia-Qualifikation und dem Abstieg aus der A-Gruppe verlängert wird, ist wohl eher unwahrscheinlich. (APA)

Relegationsrunde in Innsbruck:

  • Österreich - Slowenien 2:6 (1:0:0:3,1:3). Innsbrucker Olympiahalle, 3.000 Zuschauer, SR Bulanow/Laschowski/Wasko (RUS/CAN/BLR).

    Tore: Kaspitz (5.), Unterluggauer (42./PP) bzw. Jan (26./PP, 46., 50.), M. Rodman (35.), Razingar (37.), Dervaric (52.). Strafminuten: 20 plus 10 Disziplinarstrafe Unterluggauer bzw. 14

    Österreich: Brückler (50. Penker) - A. Lakos, Ulrich; Unterluggauer, Th. Pöck; Ph. Lakos, R. Lukas; Stewart - Setzinger, Kalt, Welser; Trattnig, Kaspitz, Peintner; Ch. Harand, Raimund Divis, P. Harand; Schuller, Schaden, Horsky; Ressmann

    Slowenien: Glavic - Varl, Ciglenecki; Dervaric, Robar; Zajc, Golicic; Sotlar, Klinar - M. Rodman, Kopitar, Razingar; Terglav, Jan, Kontrec; Zagar, Avgustincic, Rozic; D. Rodman, Pretnar, Sivic

    • Bild nicht mehr verfügbar

      Brückler entnervt, seine Vorderleute begannen stark, ließen in der Folge stark nach.

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