Motorola - Haben kein Interesse an Siemens-Handysparte

19. Mai 2005, 11:23
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Finanzchef: Siemens-Handysparte zu groß für Akquisition

Der weltweit zweitgrößte Handy-Hersteller Motorola hat nach eigenen Angaben kein Interesse am Kauf der Handy-Sparte von Siemens. Der Münchener Konzern will die Verluste schreibende Sparte ausgliedern und Partnerschaften dafür eingehen, um das Geschäft besser aufzustellen.

Ausschau

Motorola-Finanzchef David Devonshire sagte am Mittwoch auf einer Investorenkonferenz in New York, mit liquiden Mitteln von etwa sechs Mrd. Dollar (4,66 Mrd. Euro) halte sein Unternehmen durchaus Ausschau nach kleineren Übernahmen. Einen Kauf der Siemens-Handysparte ziehe Motorola aber nicht in Betracht.

"An einem Zukauf in dieser Größenordnung sind wir nicht interessiert", sagte er. In der vergangenen Woche hatte die "Frankfurter Allgemeine Zeitung" berichtet, Siemens und Motorola hätten kurz vor der Vertragsunterzeichnung gestanden, und dann habe Motorola eine Übernahme doch noch abgelehnt.

Partnersuche

Siemens will die Sparte rechtlich ausgliedern und sucht Partner dafür. Einzelheiten über denkbare Partnerschaften sollen nach früheren Plänen möglichst bald bekannt gegeben werden. Siemens-Chef Klaus Kleinfeld hatte angekündigt, die hoch defizitäre Handy-Sparte solle nicht geschlossen werden. Nach der Ausgliederung will Siemens aber offenbar die Mehrheit an dem Geschäft abgeben.

In dem Bereich beschäftigt Siemens in Deutschland rund 6.000 Menschen. Die Sparte verbuchte im abgelaufenen Quartal einen Verlust von 138 Mio. Euro. Bei deutlich gesunkenen Verkäufen hatte Siemens dabei auch weitere Marktanteile eingebüßt und ist damit inzwischen auf Platz sechs unter den weltweit größten Anbietern zurückgefallen.

Gerüchte

Zuletzt hatte auch der südkoreanische Mobiltelefon-Hersteller Pantech ein Interesse an der Siemens-Sparte verneint, nachdem es zuvor Marktgerüchte über einen möglichen Einstieg gegeben hatte.(APA/Reuters)

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