Biomasse zur Lösung afrikanischer Energieprobleme

23. Mai 2005, 12:47
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UNEP-Direktor Töpfer: "Biomasse muss High-Tech werden"

Wien - "Biomasse muss High-Tech werden", forderte der Direktor des UNO-Umweltprogrammes (UNEP), Klaus Töpfer, beim 5. Global Forum on Sustainable Energy (GFSE) in den Räumen der Diplomatischen Akademie Wien. Gleichzeitig warnte Töpfer aber vor allzu großer Euphorie: Bei jeder Technologie gelte es, neben den Vor- auch die Nachteile einzukalkulieren.

In zahlreichen Staaten, etwa in Afrika, müssen allerdings für Umweltinvestitionen in größerem Stil erst viele Bedingungen für Investitionen in größerem Stil geschaffen werden, so vor allem die Beseitigung der "endemischen Korruption" und die Etablierung von Infrastruktur, betonte der UNEP-Direktor. Dennoch meinte Töpfer: "Bis 2015 kann die Energieproblematik in Afrika zumindest halbiert werden." Gemeint ist damit die derzeit oft gängige Unterversorgung, Ressourcenverschwendung, schlechte Verlässlichkeit etwa von Stromnetzen etc. Die Entwicklung werde allerdings in verschiedenen Staaten unterschiedlich schnell ablaufen. "Das ist sicher ein 'Patchwork'. Die treibenden Kräfte werden wohl Südafrika und der Maghreb sein."

Bislang niedrige Effizienz

Vor allem: In Afrika stammen zwar 49 Prozent der verbrauchten Energie aus Biomasse (OECD: drei Prozent). Aber, so der UNEP-Chef: "Die Technologie ist sehr limitiert: Die Energieeffizienz ist niedrig." Und die Gesundheitsauswirkungen durch traditionelle Techniken - z.B. offenes Feuer beim Kochen und Heizen - seien vielfach dramatisch. High-Tech für Biomasse-Nutzung kann zunächst meist nur kleine Projekte in Entwicklungsländern etabliert werden. Zudem sei es wichtig, Know-how zu vermitteln und Leute auszubilden.

Ganz generell müsse es das Ziel einer globalen Energiewirtschaft sein, weniger "Kohlenstoff-intensiv" zu werden. Töpfer: "Dies nicht nur etwa wegen der Klimaproblematik, sondern auch wegen der Endlichkeit der fossilen Ressourcen und damit zusammenhängend der Energiepreise." Der weltweite Energiebedarf werde jedenfalls steigen. "Im globalen Schnitt besitzen 120 von 1.000 Menschen Autos. In den USA sind es 800. Und in China derzeit 20 - aber im Moment kommen vier Millionen neue Autos pro Jahr dazu, mit steigender Tendenz." Dazu kommt die Energienachfrage durch die rasante Entwicklung von Staaten wie eben China. Umweltminister Pröll: "Biomasse ist die Alternative, auch im Kyoto-Prozess. Mit fossilen Energieträgern stößt man sehr bald auch an ökonomische Grenzen."(APA)

  • Bild nicht mehr verfügbar

    Modell eines Biomasse-Kraftwerks

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