Tsunami: Spendenrückzahlung

12. Mai 2005, 16:33
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Ärzte ohne Grenzen will Geld zurückgeben - Weltbank sieht Hilfszusagen für Sri Lanka gefährdet

Sydney - Die Hilfsorganisation Ärzte ohne Grenzen (MSF) wird einem Zeitungsbericht zufolge vermutlich mehrere Hunderttausend Euro Spendengeld für die Opfer der Tsunami-Katastrophe in Südasien zurückzahlen. Die Organisation habe viermal mehr Geld als für ihre Aktionen benötigt erhalten und deshalb die Spender mit dem Angebot einer Rückzahlung angeschrieben, sagte der Vorsitzende von MSF International, Rowan Gillies.

Wenige Tage vor einer internationalen Geberkonferenz in Sri Lanka sieht dagegen die Weltbank die Hilfszusagen für das von der verheerenden Flutwelle stark betroffene Land gefährdet. Es sei nicht sicher, dass Sri Lanka von den Staaten bereits zugesagte Hilfsgelder in Höhe von umgerechnet 1,6 Milliarden Euro tatsächlich erhalten werde, hieß es.

Nur private Hilfe

Die Präsidentin Chandrika Kumaratunga beklagte erst kürzlich, dass ihr Land hbisher von den zugesagten Geldern "keine fünf Cent" erhalten habe. Sri Lanka investierte für die Hilfsmaßnahmen nach der Flutwelle selbst bis dato 300 Millionen Dollar und erhielt 130 Millionen Dollar an privaten Spenden. Die Kosten für den Wiederaufbau von Häfen, Häusern und Geschäften werden auf rund 1,6 Milliarden Dollar geschätzt.

Vertreter von Weltbank und internationalen Geberorganisationen wollten ab Montag zwei Tage lang in der Hauptstadt Colombo über die Koordinierung des Wiederaufbaus verhandeln. Die Verteilung von Hilfsgeldern stockt unter anderem, weil sich die Regierung diesbezüglich bisher nicht mit der Rebellenorganisation Befreiungstiger von Tamil Eelam (LTTE) einigen konnte. Viele der von der Flut betroffenen Menschen leben in von Tamilen-Rebellen kontrollierten Gebieten. In Sri Lanka wurden bei der Flutkatastrophe im Dezember fast 31.000 Menschen getötet.(APA)

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