Enorme Kostenersparnisse durch Festnetz-Outsourcing

19. Mai 2005, 11:23
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Studie: Kontrollierte Auslagerung schrumpft Betriebskosten um bis zu 30 Prozent

Die Auslagerung von Netzbetrieb und -wartung an einen spezialisierten Dienstleister, eine bei Mobilfunknetzbetreibern seit längerem übliche Praxis, wird jetzt auch bei Festnetzprovidern zunehmend zum Trend. Nach Berechnungen der Unternehmensberatung A.T. Kearney könnten europäische Festnetzbetreiber durch eine kontrollierte Auslagerung dieser Leistungen bis zu 30 Prozent der in diesem Bereich verursachten Betriebskosten einsparen.

Alternativangebote wie VoIP

"Festnetz-Outsourcing-Projekte wie bei TeliaSonera, der Cesky Telecom, Telecom New Zealand, Telemar Brazil oder Brazil Telecom sind die Vorboten eines Trends, der sich vor dem Hintergrund des verschärften Wettbewerbs bald auch im Festnetzmarkt branchenweit etablieren könnte", sagte Hagen Götz Hastenteufel, Principal im Bereich Communications und Hightech bei A.T. Kearney. Aufgrund der zunehmenden Konkurrenz durch Alternativangebote wie VoIP seien Umsatzrückgänge bei den Festnetzbetreibern ohnehin nahezu vorprogrammiert, so Hastenteufel.

Im Zentrum der Outsourcing-Projekte stehen laut der Analyse vor allem Betrieb sowie Wartung und Reparatur des Anschlussnetzes. Demnach sind in diesem Bereich die Einsparungspotenziale besonders hoch. Während die Festnetzanbieter meist nur auf interne Prozess-Optimierungen zurückgreifen könnten, hätten die Outsourcer unter anderem durch internationales Know-how und Skaleneffekte bei der Materialbeschaffung die Möglichkeit, Kostensenkungen weit jenseits der Möglichkeiten der Netzbetreiber zu erzielen.

Neben der Kostenreduzierung bietet das Outsourcing laut A.T. Kearney auch die Chance, die Kernkompetenzen des Unternehmens neu zu definieren und sich - von technischen Problemen befreit - als "kundenzentrierter Anbieter" neu aufzustellen. Darüber hinaus werde die Fokussierung auf die Kernkompetenzen und die Positionierung als kundenzentriertes Unternehmen üblicherweise mit deutlichen Kursanstiegen von bis zu 20 Prozent belohnt, heißt es in der Studie. Entscheidender Erfolgsfaktor sei allerdings die gezielte Vorbereitung und Kontrolle des Auslagerungsprozesses.(pte)

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