310 Postämter werden zugesperrt

11. Mai 2005, 19:09
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Verhandlungen abgeschlossen - 47 Filialen konnten vorerst "gerettet" werden - 111 werden ersatzlos aufgelassen - Mit Infografik

Wien - Der Postämter-Beauftragte der Regierung, Infrastruktur-Staatssekretär Eduard Mainoni (B), hat am Mittwoch den Abschluss der Verhandlungen mit der Österreichischen Post AG bestätigt. Die Post wird demnach bis Jahresmitte 310 von ursprünglich geplanten 357 Filialen schließen. Mainoni spricht von einem "guten und erfreulichen Verhandlungsergebnis".

In 47 Fällen hat das Unternehmen in den Verhandlungen aber nachgegeben. Diese Filialen sollen jetzt bis 2006/2007 weiter "beobachtet" werden.

Die Post hätte den Gemeinden unter den gegebenen rechtlichen Rahmenbedingungen nicht so weit entkommen müssen, sagte der Staatssekretär am Nachmittag im Gespräch mit der APA. Rechne man zu den 47 Filialen, die offen bleiben, jene knapp 200, die durch Postpartner oder Post-Servicestellen ersetzt würden, dazu, habe man für 70 Prozent der Postämter "stationäre Lösungen" erreicht. Die Aufrechterhaltung der ländlichen Infrastruktur sei damit gewährleistet worden, so Mainoni.

Niederösterreich hauptbetroffen

In Niederösterreich werden 83 Postämter zugesperrt, zehn wurden "gerettet". In Oberösterreich bleiben sechs ursprünglich zur Schließung vorgesehene Postämter offen, 73 werden geschlossen. In der Steiermark sperren statt den ursprünglich geplanten 39 Postämtern nun 33 zu, in Kärnten werden es statt 40 "nur mehr" 34 sein, in Tirol 33 statt 37, in Wien sieben statt elf, in Salzburg 19 statt 23, im Burgenland 16 statt 20 und in Vorarlberg zwölf statt 15.

Durchschnittlich in knapp zwei Dritteln der Orte, die von den Schließungen betroffen sind, wird es als Ersatz Post-Partner oder Post-Servicestellen geben. Entweder übernimmt dabei ein Nahversorger oder die Gemeinde den überwiegenden Teil der Postamt-Leistungen.

In Kärnten soll es für jedes geschlossene Postamt einen solchen Ersatz geben. Auch in Niederösterreich wird für den Großteil der geschlossenen Postämter ein Ersatz eingerichtet. Weit schlechter sieht es dagegen mit Ersatzlösungen in Oberösterreich und Tirol aus.

200 neue Post-Partner

In Summe haben sich rund 200 neue Post-Partner und -Servicestellen gefunden. Dort wo sich ein solcher Ersatz nicht gerechnet hat oder sich niemand für die Übernahme der Post-Dienste gefunden hat (das werden voraussichtlich 111 Gemeinden sein), soll der Briefträger als Landzusteller einspringen. Der Landzusteller wird künftig Pakete, Briefe und Erlagschein-Einzahlungen annehmen und auch Sparbücher betreuen. Einige Gemeinden haben außerdem am Gemeindeamt freiwillig Abholstellen eingerichtet, wo man während der Öffnungszeiten der Amtsstuben Pakete und Einschreiben abholen kann, die der Briefträger nicht direkt zustellen konnte.

Das angekündigte Postmobil - ein Kleinbus, der als Ersatz für ein Postamt gleich mehrere Orte betreuen soll - wird vorerst als Probemodell in fünf Salzburger Gemeinden zum Einsatz kommen.

Die Post will durch die angekündigten Postämter-Schließungen bis 2007 jährlich 22,7 Mio. Euro einsparen. Weitere Schließungen über die jetzigen Pläne hinaus sind laut Aussagen des Vorstands derzeit nicht geplant. (APA)

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