In Deutschland tobt eine Preisschlacht bei Mineralwasser

20. Mai 2005, 16:44
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Trotz Absatzplus Umsatz geschrumpft - Öko-Steuer und LKW-Maut drückt auf die Margen - Getränkegroßhandel fordert Preiserhöhungen

Düsseldorf - Im deutschen Einzelhandel tobt zum Vorteil der Verbraucher eine Preisschlacht um alkoholfreie Getränke. In den ersten drei Monaten des laufenden Jahres sei zwar der mengenmäßige Absatz um 0,4 Prozent leicht gestiegen, teilte der Bundesverband des Deutschen Getränkefachgroßhandels am Mittwoch in Düsseldorf mit. Der Umsatz mit alkholfreien Getränken sei aber um 6 Prozent gesunken. Besonders drastisch sei die Entwicklung bei Mineralwasser. Trotz 1,6 Prozent Absatzplus sei der Umsatz hier um 8,4 Prozent geschrumpft.

Schere zwischen Mengen- und Umsatzentwicklung

"Wir haben es hier mit einer Verdrängungs- und Vernichtungsschlacht im alkoholfreien Bereich zu tun", sagte der Geschäftsführende Vorstand des Verbandes, Günther Guder. Die Schere zwischen der Mengen- und Umsatzentwicklung sei bei den alkoholfreien Getränken im laufenden Jahr weiter auseinander gegangen als 2004.

Für Bier lägen noch keine Marktforschungsdaten über die Preisentwicklung 2005 vor. Bei einigen Marken gehe die Tendenz nach unten. Ähnlich wie bei Mineralwasser seien bei Bier Billiganbieter auf dem Vormarsch.

Getränkegroßhandel fordert Preiserhöhungen

Angesichts Kostensteigerungen durch Öko-Steuer und Lastwagen-Maut sind aus Sicht des Getränkefachgroßhandels Preiserhöhung dringend erforderlich. Bislang habe nur jeder siebente Getränkefachgroßhändler die höheren Auslieferungskosten in seiner Region komplett an seine Kunden weitergegeben.

Die höheren Beschaffungskosten der Getränke habe jeder dritte Fachhändler angerechnet. In einigen Fällen trügen Premiumhersteller die Mautkosten, um den Preisabstand zu Billiganbietern nicht weiter zu vergrößern und Marktanteile zu verlieren. (APA/dpa)

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    Mineralswasser könnte in Deutschland schon bald teurer werden.

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