Jugendlichen geht Beruf vor privatem Glück

12. Mai 2005, 14:10
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Mädchen ehrgeiziger und halten Religion für weniger wichtig als gleichaltrigen Buben.

Wien - Die Österreichische Stiftung für Weltbevölkerung und internationale Zusammenarbeit (SWI) wollte den Einfluss moderner Geschlechternormen und Rollenbilder auf Jugendliche in Deutschland, Österreich, Schweden, Indien, der Türkei und der Slowakei überprüfen.

Zu diesem Zweck wurden aus den jeweiligen Ländern 160 "Mittelschichtjugendliche" im Alter zwischen 14 und 17 Jahren aus Gymnasien herangezogen, wobei diese Selektion kaum repräsentativ für den Durchschnitt der jungen Menschen - zum Beispiel in Indien - sein kann.

Mädchen ehrgeiziger als Buben

Die Studie zeigte, dass die Ziele junger Menschen vor allem beruflicher Natur sind. Das private Glück wie Ehe und Kinder werden dem zeitlich hintangestellt, so Projektmanagerin Nina Brlica. Mädchen würden sich gegenüber Buben insgesamt emanzipierter und ehrgeiziger zeigen aber auch konservativer in punkto Sexualität. Sie würden außerdem Religion als weniger wichtig empfinden als die gleichaltrigen Burschen.

Geschlechterrollen

Geschlechterrollen, beziehungsweise früh entwickelte Verhaltensweisen spiegeln sich im Freizeitverhalten der Jugendlichen wieder, so die Studie: Während Mädchen sich in ihrer Freizeit vornehmlich mit Beziehungen und Kommunikation beschäftigen würden ihre männlichen Contraparts mehr auf Wettbewerb, Information und Leistung setzen. Darüber hinaus betreiben die Buben wesentlich mehr Sport und spielen mehr Computerspiele. Während die weibliche Jugend die klassisch-klischeehaften Mädchenserien im Fernsehen bevorzugte würden die Männer vor allem Kampf- und Actionfilme ansehen. (APA)

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