Mobilfunkstudie: Mobilkom und tele.ring Top - One unter Druck

23. Mai 2005, 17:12
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T-Mobile und One müssen die Geschäftsmodelle umschreiben - Rund zehn Prozent Handyverweigerer

Wien - Am österreichischen Mobilfunkmarkt sind nur die Mobilkom Austria und tele.ring eindeutig positioniert, während besonders One unter Druck kommen wird. So das Ergebnis einer Umfrage, die am Mittwoch vom Unternehmensberater Kreutzer Fischer & Partner präsentiert wurde (Sample: 5.500).

Demnach wird Marktführer Mobilkom als technisch überlegen angesehen, während die stark wachsende tele.ring die günstigsten Tarife anbietet. T-Mobile wird zumindest die beste Service-Hotline zugesprochen, während One ein "undifferenziertes Bild" abliefere. UMTS-Anbieter "3" wurde auf Grund eines zu geringen Samples nicht erfasst.

Drei bis vier Anbieter bleiben übrig

Andreas Kreutzer vom gleichnamigen Consulter erwartet eine Marktkonsolidierung von fünf auf drei bis vier Netzbetreiber, wobei besonders One ein Übernahmekandidat sei. Zumindest ein Betreiber werde jedenfalls in den nächsten 18 Monaten verschwinden. T-Mobile und One müssten jedenfalls die Geschäftsmodelle umschreiben, betonte Kreutzer.

Sie seien bei den wichtigsten Punkten "Sprachqualität" und "Preise" von den Mitbewerbern nach Konsumenteneinschätzung "meilenweit entfernt", hieß es. Die meisten Kunden verliere derzeit One, wobei diese im überwiegenden Ausmaß zu tele.ring wechseln würden.

Handyabdeckungsrate bei 898 Prozent

Die Handyabdeckungsrate in Österreich beträgt laut EU-Angaben bereits 88 Prozent, wobei es 2004 eine Zunahme von zwei Prozent gegeben hat, so Kreutzer am Mittwoch vor Journalisten. Wie viele davon Zweithandys sind, lasse sich nicht sagen. Die Zahl der Mobilfunkverweigerer schätzt der Berater auf rund zehn Prozent.

Umsatzzuwächse seien auf Grund des Preiskampfes bei der Telefonie kaum mehr zu erreichen, das Wachstum müsse über Datendienste geschehen. Wobei Kreutzer den UMTS-Karten für Laptops die besten Chancen gibt. Videotelefonie werde hingegen eher für das Festnetz interessant sein, da viele Handynutzer ihren Gesprächspartnern nicht zeigen wollen, wo sie gerade sind.

Das Gesprächsvolumen der Mobilfunknutzer werde sich 2006 gegenüber 2000 nach Einschätzung von Kreutzer Fischer & Partner verdoppeln. Das entspricht einem Wachstum von 13,5 Prozent pro Jahr. Der Preis pro Minute sinke von durchschnittlich 16 Cent im Jahr 2000 auf 10 Cent im kommenden Jahr.

Weniger Handysubventionen erwartet

Künftig erwartet Kreutzer jedoch weniger Handysubventionen, was nicht zuletzt an den immer teureren Endgeräten liege. So dauere es mittlerweile 18 bis 24 Monate, bis ein Netzbetreiber mit einem Kunden den Break Even erreiche. Von Änderungen bei der Subventionspolitik ist nach Consultermeinung vor allem tele.ring betroffen, der im Mobilfunk eine ähnliche Positionierung wie Hofer im Handelssektor eingenommen habe.

Den Preis der Tarifschlacht zahlen die Mitarbeiter der Netzbetreiber: Seit 2001 wurden 920 Stellen eingespart. Alleine bei One wurden im vergangenen Jahr laut Consulter 250 Personen abgebaut, bei T-Mobile waren es heuer 150. Personal abzubauen und gleichzeitig eine Verbesserung der Serviceleistung anzubieten, ist laut Kreutzer jedoch "unglaubwürdig". Er spielte damit auf die vor kurzem angekündigte Serviceoffensive von One an. (APA)

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