Restitutionsforderung an Spanien

17. Mai 2005, 12:11
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Pissarro-Gemälde aus Thyssen-Bornemisza-Museum

Los Angeles - Ein aus Deutschland stammender Kalifornier fordert von Spanien die Rückgabe eines Pissarro-Gemäldes, das von den Nazis gestohlen worden sein soll. Der 84-jährige Claude Cassirer reichte gegen Spanien und das Thyssen-Bornemisza-Museum in Madrid, wo das Bild ausgestellt wird, Klage ein.

Nötigung zum Verkauf

Seine jüdische Großmutter sei 1939 gezwungen worden, ein Bild der Pariser Rue Saint-Honoré des Impressionisten Camille Pissarro für damals 360 Dollar zu verkaufen, erklärte Cassirer am Dienstag in San Diego. Das Museum und die spanischen Behörden gaben zunächst keine Stellungnahmen ab. Der Wert des Gemäldes aus dem Jahr 1897 wird auf 20 Millionen Dollar geschätzt.

Wie aus den Gerichtsunterlagen hervorgeht, kaufte der Urgroßvater das Gemälde und vererbte es an Claude Cassirers Großmutter. Auf einem Familienfoto ist das Bild offenbar in der Berliner Wohnung der Großmutter zu sehen. Bereits seit 2001 erörtere die Familie den Fall mit Spanien, sagte der Sohn des Klägers, David Cassirer. Schließlich habe man sich dazu entschlossen, vor Gericht zu gehen.

In einem Grundsatzurteil hatte der oberste US-Gerichtshof 2004 Klagen gegen ausländische Regierungen auf Herausgabe von Nazi-Beutekunst für zulässig erklärt. (APA/AP)

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