Wien: Kein Hund fürs böse Herrl

25. Mai 2005, 20:21
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Neues Sicherheitspaket ab 2006 - Gilt ein Hundehalter als "nicht vertrauenswürdig", kann sogar Halteverbot ausgesprochen werden

Ab Jänner 2006 soll in Wien ein neues Sicherheitspaket für die Haltung von Hunden gelten: Die darin enthaltenen Sanktionen reichen im Extremfall bis zum Halteverbot. Außerdem wird eine Haftpflichtversicherung vorgeschrieben.

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Wien - Gilt ein Hundehalter als "nicht vertrauenswürdig" oder liegt eine Gefahr für Menschen vor, dann kann gegen diese Hundebesitzer künftig ein Halteverbot ausgesprochen werden. Das sieht das neue Sicherheitspaket für die Haltung von Hunden vor, welches am 1. Jänner 2006 in Wien in Kraft treten soll.

Keine Schikanen für Halter

Am Mittwoch haben die beiden Stadträtinnen für Umwelt und Tierschutz, Ulli Sima und Sonja Wehsely (beide SPÖ) die Novelle zum Wiener Tierhaltegesetz präsentiert. Derzeit ist sie in Begutachtung, Sima und Wehsely hoffen, dass die Gesetzesänderung noch vor dem Sommer den Landtag passiert. "Mit diesem Bündel von Maßnahmen gelingt es, die Sicherheit für die Wiener deutlich zu erhöhen, ohne dabei die Hundebesitzer zu schikanieren", sagte Wehsely bei der Präsentation.

Behörden können schneller eingreifen

Ab 2006 können die Behörden auch bereits einschreiten, wenn durch die Haltung eines Tieres eine "Gefährdung oder Belästigung" für Menschen ausgehe. Eine mögliche Maßnahme: die verpflichtende Absolvierung des Hundeführerscheins. Die von der Tierschutzombudsstelle (TOW) entwickelte Prüfung kann aber auch freiwillig absolviert werden. Als Anreiz winkt der Erlass der Hundeabgabe für ein Jahr. Dies sei Ziel führender, als eine verpflichtende Vorschreibung für bestimmte Hunderassen zu erlassen, betonte Sima. Und erntete prompt dafür Kritik seitens der Opposition.

Haftpflichtversicherung

Verpflichtend wird hingegen für Hunde in Zukunft die Haftpflichtversicherung vorgeschrieben. Zumindest für diejenigen, die ab dem 1. Jänner 2006 zur Welt kommen. Umweltstadträtin Sima: "Die Versicherung liegt auch im Interesse der Hundehalter. Sollte ihr Tier etwas anstellen, sind Schäden dadurch gedeckt." (APA, pm, DER STANDARD Printausgabe 12.5.2005)

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