Ehemann lässt Fotos von Betancourt-Kindern über Urwald niederregnen

25. Mai 2005, 02:13
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Politikerin seit 2002 verschleppt

Bogotá - Der Ehemann der seit mehr als drei Jahren verschleppten kolumbianischen Grünen-Politikerin Ingrid Betancourt will am Freitag 6000 Fotos von den beiden Kindern der früheren Präsidentschaftskandidatin über einem Urwaldgebiet im Süden des Landes niederregnen lassen. Juan Carlos Lecompte sagte der Nachrichtenagentur AFP am Dienstag, er werde mit einem Kleinflugzeug vom Flughafen Guaymaral im Norden der Hauptstadt Bogotá starten und die östliche Bergkette der Anden überfliegen. Er vermute, dass sich in dem Gebiet seine von der linksgerichteten FARC-Guerilla entführte Frau befinde.

Rebellen informiert

Er hoffe, dass eines der vor kurzem in Paris aufgenommenen Fotos in ihre Hände gerate, damit sie sehen könne, wie sich ihre Kinder seit ihrer Entführung verändert hätten. Über seine Aktion habe er die Rebellen, aber nicht die Regierung unterrichtet.

Die Revolutionären Streitkräfte Kolumbiens (FARC) hatten Betancourt am 23. Februar 2002 verschleppt. Die Franko-Kolumbianerin kandidierte damals für die Präsidentschaftswahl. Seit ihrer ersten Heirat mit einem französischen Diplomaten hat die frühere Senatorin die doppelte Staatsbürgerschaft. Die vor vier Jahrzehnten gegründete FARC-Guerilla zählt etwa 17.000 Kämpfer und hält rund 1600 Geiseln in ihrer Gewalt. In kolumbianischen Gefängnissen sind etwa 300 FARC-Mitglieder inhaftiert. (APA)

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    Juan Carlos Lecompte, Ehemann der verschleppten Politikerin Ingrid Betancourt

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