Steve Ballmer trifft Red Hat-Chef Matthew Szulik

23. Mai 2005, 14:21
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Gerüchte über Tauwetter - Bill Gates sieht aber keine "große, neue Entwicklung"

Microsoft-Chef Steve Ballmer und Red Hat-Chef Matthew Szulik haben sich in New York auf Anregung von Microsoft zu einer einstündigen Besprechung getroffen, berichtet das Branchenmagazon CNet.

Tauwetter

Das könnte Tauwetter in der Beziehung der zwei Rivalen bedeuten. Bisher hatte Microsoft als Vertreter proprietärer Software heftige Attacken gegen Open-Source-Software geritten.

Open-Source

Das charakteristische für Open-Source sind vor allem die dem Anwender eingeräumten weitläufigen Verwertungs- und Bearbeitungsrechte. Die Software darf beliebig kopiert, verbreitet und genutzt werden, ebenso verändert und in der veränderten Form weitergegeben werden. Microsoft setzt hingegen größtenteils auf so genannte proprietäre Software, bei der der Source-Code ein streng gehütetes Geheimnis darstellt.

Die zwei Unternehmen konkurrieren aber nicht nur auf philosophischer Ebene.

Konurrenz

Red Hat vertreibt mit Red Hat Enterprise Linux eines der kommerziell erfolgreichsten Open-Source-Projekte. Und wenn es sich bei Open-Source-Software aus der Sicht von Microsoft ursprünglich nur um ein Randphänomen für Studenten und Technik-Freaks gehandelt hat, so ist die Konkurrenz für den Softwareriesen aus Redmond heute deutlich härter. Viele Open-Source-Projekte werden im Hintergrund von namhaften Unternehmen unterstützt.

Im Bereich der Server Software konkurrieren etwa Apache, MySQL und JBoss, am Desktop OpenOffice.org direkt mit Microsoft.

Schlagabtausch

Bisher war auch der Schlagabtausch zwischen den zwei Rivalen von heftigen Attacken geprägt. So hat Microsoft die der Open-Source-Software zugrunde liegende General Public License als Virus oder Krebsgeschwür bezeichnet, die "Get the Facts"- Kampagen dreht sich um die Gesamtkosten der Systeme und auch um das Problem der Rechtssicherheit. Red Hat Mitarbeiter haben sich in der Vergangenheit hingegen alles andere als freundlich über Microsofts Shared-Source-Initiative geäußert.

Doch keinen neue Entwicklung

Nun könnte sich die Situation entspannen, so sagte auch Bill Gates, dass Microsoft Interesse an Treffen mit Open-Source-Unternehmen habe. "Es gibt einige Open-Source-Akteure, die an Umsätzen im kommerziellen Sinn interessiert sind. Wir werden sicherlich Zeit mit ihnen verbringen um herauszufinden, was wir gemeinsam haben und was wir gemeinsam für die Kunden tun können". Allerdings betont Gates auch: "Ich würde aber nicht sagen, dass es da eine große, neue Entwicklung gibt."(red)

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    Gerüchte über ein "Tauwetter" machen die Runde.

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