Uganda: UN-Koordinator Egeland schlägt Alarm

17. Mai 2005, 22:37
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"Schreckliche Massaker und Verstümmelungen von Zivilisten" - Gewalttätiger Aufstand gegen die Regierung seit 1988

New York - Die UNO hat angesichts der Lage im ostafrikanischen Uganda Alarm geschlagen. Der UN-Sicherheitsrat müsse sich mit der Situation im Norden Ugandas befassen, wo seit 1988 ein gewalttätiger Aufstand gegen die Regierung wütet, forderte der UN-Koordinator für humanitäre Hilfe, Jan Egeland, am Dienstag in New York.

Durch den Aufstand der Rebellenbewegung "Widerstandsarmee des Herrn" (Lord's Resistance Army, LRA) seien bisher etwa 1,4 Millionen Menschen vertrieben worden. In den vergangenen Wochen sei es erneut zu "schrecklichen Massakern und Verstümmelungen von Zivilisten gekommen", beklagte Egeland. Die LRA sei möglicherweise die "brutalste Aufständischen-Gruppe der Welt". Die Lage in Nord-Uganda werde von der internationalen Gemeinschaft nicht gebührend beachtet.

Schwerwiegende Krise

Es handle sich um eine schwerwiegende Krise, sagte Egeland. Der UN-Sicherheitsrat müsse klar machen, dass es keine Alternative zu einer friedlichen Lösung gebe. Die Rebellenorganisation LRA hat nach Angaben von Menschenrechtsorganisationen seit Beginn des Konfliktes im Norden Ugandas vor mehr als 18 Jahren zwischen 12.000 und 20.000 Kinder verschleppt, um sie als Soldaten oder Sexsklavinnen zu missbrauchen. Laut Egeland fliehen allnächtlich etwa 42.000 Kinder aus den Dörfern in die Straßen größerer Städte, um dort in relativer Sicherheit die Nacht zu verbringen.

Die LRA-Rebellen kämpfen für den Sturz von Präsident Yoweri Museveni und streben die Gründung einer Regierung auf der Grundlage ihrer fanatischen Auslegung des Christentums an. In dem Konflikt sollen nach übereinstimmenden Schätzungen bisher mindestens 100.000 Menschen getötet worden sein. (APA)

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    Sam Kolo (links), Chef-Verhandler der Lord's Resistance Army, führte die ersten direkten Gespräche der Rebellen mit der Regierung im Dezember 2004.

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