Wo keiner ist, kann nichts passieren

18. Mai 2005, 12:12
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Geisterspiel für UEFA als Sanktion unumstritten

Wien - Es hat sicher schon imposantere Geisterspiele gegeben, als es jenes zwischen der Austria und Pasching im Horr-Stadion sein wird. Im September 1987 hatte etwa Real Madrid ein Europacup-Heimspiel gegen Napoli wegen vorangegangener Fan-Ausschreitungen vor leeren Rängen auszutragen. Unter den gut 5000 Ordnern in Bernabeu-Stadion sollen dann schon einige verkleidete Real-Aficionados gewesen sein. Die UEFA hat danach kein Ohrwaschl gerührt.

In seine Statuten nahm der europäische Verband die offiziell "Spiel unter Ausschluss der Öffentlichkeit" genannte Sanktion erst Anfang der 90er-Jahre auf. 1996 wurde die "Geisterspiel-Regel" aus Marketing-Gründen zwar ausgesetzt, 2002 wegen zunehmender Gewalt und Rassismus in den Stadien aber wieder ganz flott eingeführt.

Ohne statt anderswo

Verwichenen November kam etwa wieder Real in den Genuss einer solchen Partie, diesmal anlässlich der Champions League im Olympiastadion zu Rom gegen Roma, das damit für einen Münzwurf gegen Schiedsrichter Anders Frisk in der Partie gegen Dynamo Kiew bestraft worden war. Vorerst vier Geisterspiele im Europacup vor sich hat Inter Mailand, nachdem Tifosi der Nerazzurri im Viertelfinal-Rückspiel der Champions League gegen Milan den Strafraum der Rossoneri und fast auch noch deren Goalie abgefackelt hatten.

Bei der UEFA ist die Sanktion mittlerweile unumstritten, weil neben den Klubs die eigentlich zu Bestrafenden, eben randalierende Fans, getroffen werden. Die davor beliebteren Stadionsperren sind außer Mode gekommen, weil die Fans nur zu lustigen Reisen auf den Spuren ihrer Idole animiert wurden. (DER STANDARD Printausgabe 11.05.2005)

  • Bild nicht mehr verfügbar

    Roma vs. Real im November. Nicht ein Ticket wurde verkauft.

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