Kinderfachabteilung Spiegelgrund

17. Mai 2005, 12:11
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Eine Ausstellung thematisiert die Kindereuthanasie in Wien 1940-45

Wien - Das Wiener Stadt- und Landesarchiv zeigt noch bis zum 12. August eine Ausstellung zum Thema Kindereuthanasie in Wien 1940-1945. Untertitel: Krankengeschichten als Zeugen.

In der von 1940 bis 1945 auf dem Anstaltsgelände der Heil-und Pflegeanstalt "Am Steinhof" (des heutigen Otto-Wagner-Spitals) unter der Bezeichnung "Am Spiegelgrund" existierenden, so genannten "Kinderfachabteilung" kamen während dieser Jahre rund 800 kranke oder behinderte Kinder und Jugendliche um.

Im April 2002 wurden über 600 Urnen mit sterblichen Überresten von Opfern der NS-Kindereuthanasie am "Spiegelgrund" bestattet. Dazu trugen Mitarbeiter des Dokumentationsarchivs des österreichischen Widerstandes (DÖW) durch wissenschaftliche Vorarbeiten bei, wie z. B. der Ermittlung der Namen der Opfer.

Grundlage der Ausstellung, die auch das Geschehen nach Kriegsende, als der weitere Missbrauch der Opfer unter dem Deckmantel der wissenschaftlichen Forschung bis in die 1970er-Jahre weiterging, beinhaltet, sind die 2001 in die Bestände des Wiener Stadt- und Landesarchivs übernommenen Krankengeschichten. Eine Informationsbroschüre ist kostenlos. (cia/DER STANDARD, Printausgabe, 11.05.2005)

1011 Wien
Guglgasse
Gasometer D
4. Archivgeschoss
Mo, Fr, 9-15.30 Uhr
Di-Do 9-18 Uhr
doew.at/aktuell
  • Haus und Garten mit Apfelbaum: eine Kinderzeichnung der Patientin Hanni Bogner.
    abb.: wiener stadt- und landesbibliothek

    Haus und Garten mit Apfelbaum: eine Kinderzeichnung der Patientin Hanni Bogner.

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