FP-Politiker finanziert Wienerwald-Deal

20. Mai 2005, 16:44
2 Postings

Ehemaliger Parlamentarier und "Club Jörg"-Gründer Harald Fischl übernahm Finanzierung - Kooperation mit privater Pflegeheim-Gruppe

Wien/Fürstenfeld - Hinter der Übernahme der Wienerwald-Restaurantkette Österreich durch die Franz Kainz GmbH steht ein in der österreichischen Innenpolitik nicht ganz unbekannter Investor: Harald Fischl, ehemaliger FPÖ-Parlamentarier und Gründer des "Club Jörg" übernahm die Finanzierung der Übernahme.

Fischl bestätigte am Dienstag im Gespräch mit dem STANDARD, dass er federführend bei diesem Deal engagiert sei. Hintergrund seines Investments seien die möglichen Synergien zwischen der Wienerwald-Kette und seiner Kräutergarten GmbH. Der Expolitiker betreibt mit Gerhard Moser, Sohn des ehemaligen Bautenministers Moser und Exchef der steirischen Krankenanstalten, private Pflegeheime mit Firmensitz im steirischen Fürstenfeld.

Gegenwärtig sind sechs Kräutergarten-Heime in Betrieb, nach Auskunft Fischls sollen in den nächsten zwei Jahren drei weitere hinzukommen. Mittelfristig rechnet Fischl mit einem Volumen von rund 1000 Betten, 750 Mitarbeitern - zurzeit sind es 400 - sowie 25 bis 30 Millionen Euro Umsatz.

Synergien sollen genutzt werden

Mit dem Einstieg in die Wienerwald-Kette sollen in erster Linie Synergien in den Bereichen Food & Beverages, Logistik bis hin zur Wäscherei genutzt werden. Fischl: "Ich hab vorerst einmal ermöglicht, dass der Kauf überhaupt zustande kommt, das bedeutet aber nicht, dass wir ständig beteiligt bleiben. Wir werden uns, wenn die Wienerwald-Gruppe wieder läuft, zurückziehen und nur noch in den Teilbereichen, die für unsere Gruppe von Interesse sind, in Kooperation bleiben." Auch die Wienerwald-Hotels sollen künftig von der Kräutergarten-Gruppe gemanagt werden. Über den Kaufpreis sei Stillschweigen vereinbart worden.

Der Gastronomieberater und ehemalige Gastroverantwortliche der Casinos Austria, Franz Kainz, hat die 21 Gaststätten und zwei Hotels von der Ziegler Beteiligungs GmbH übernommen. 2004 verbuchte Wienerwald ein Umsatzminus von 1,3 Millionen und hält jetzt bei knapp 18 Millionen Euro und 370 Mitarbeitern. (Walter Müller, DER STANDARD, Print-Ausgabe, 11.5.2005)

Share if you care.