FACC: Auftrag für Boeing-"Dreamliner"

27. Mai 2005, 19:09
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Österreichischer Luftfahrtlieferant startet nächstes Großprojekt nach Airbus A380

Wien - Der österreichische Luftfahrtlieferant FACC (Fischer Advanced Composite Components) hat einen ersten Großauftrag als Lieferant des neuen Boeing "Dreamliner" 787 Jet erhalten. Das bestätigte FACC-Chef Walter Stephan Dienstagabend dem STANDARD im Rahmen eines Gesprächs im "Zigarrenklub". Nach dem Auftrag für den Airbus A380, durch den FACC zum ersten Mal "First Tier Supplier" wurde (die kleine Gruppe der Hauptlieferanten, die auch an Entwicklung und Risiko beteiligt sind), kann der oberösterreichische Hersteller damit seine Expansion fortsetzen.

FACC wird dabei nicht direkt an Boeing liefern, sondern Triebwerkskomponenten für Goodrich herstellen; Goodrich ist seinerseits einer von sechs Großlieferanten für das Boeing-Projekt. Insgesamt will FACC zwei Prozent des Werts der 787 liefern und dafür einen "mittleren zweistelligen Dollar-Millionenbetrag" an Entwicklungskosten investieren. Der Listenpreis der 787 wird bei 120 bis 130 Mio. Dollar (100 Mio. Euro) liegen.

Anteil bei einem Prozent des Gesamtwerts

Der FACC-Anteil an einem A380 ist rund ein Prozent (1,4 bis 1,5 Mio. Dollar) des Gesamtwerts. Bisher wurden rund 60 Millionen Euro in die Entwicklung investiert. 2004 setzte FACC rund 123,9 Mio. Euro um und erwirtschaftete ein Betriebsergebnis (EGT) von sieben Mio. Euro. Das Wachstum lag bei 30 Prozent, "in drei bis vier Jahren sehen wir uns in doppelter Größe", sagte Stephan, was durch den A380-Auftrag möglich wird.

FACC ist einer der wenigen europäischen Lieferanten, die sowohl Boeing als auch Airbus beliefern; der 787-Deal ist einer der ersten großen Aufträge in Europa. 200 von rund 950 FACC-Mitarbeiter sind in der Entwicklung tätig. Da die Entwicklung für die A380 abgeschlossen ist und jetzt nur noch zu fertigen ist, ermöglicht der neue Auftrag die Entwicklungs-Kapazität beizubehalten, sagte Stephan.

Einem Werk in der Steiermark, das FACC-Miteigentümer und Aufsichtsratspräsident Hannes Androsch in Aussicht gestellt hat, erteilte er erneut eine Absage. (spu, DER STANDARD, Print-Ausgabe, 11.5.2005)

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