Bagdad: Selbstmordanschlag zur Rushhour

12. Mai 2005, 09:49
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US-Truppen setzen Großoffensive der USA an der syrischen Grenze fort - Italien deutet Truppenrückzug 2006 an

Bagdad - Bei einem erneuten Selbstmordanschlag im Zentrum Bagdads wurden am Dienstag mindestens sieben Menschen getötet und 23 weitere verletzt. Der Anschlag galt offenbar einem Konvoi der US-Armee.

Der Selbstmordattentäter sprengte sich zur Hauptverkehrszeit in einer Einkaufsstraße im Stadtzentrum Bagdads in die Luft, als ein US-Konvoi vorbeifuhr. Zudem haben in der Nähe der nordirakischen Stadt Kirkuk am Dienstag Saboteure mindestens vier Anschläge auf Öl-Pipelines verübt. Die US-Armee setzte indes nahe der syrischen Grenze im Westirak mit rund tausend Soldaten ihren Großeinsatz gegen Aufständische fort. "75 bis 100" Rebellen seien getötet worden, teilte ein US-Kommandant mit.

Rückzug Italiens

Italiens Außenminister Gianfranco Fini kündigte indes an, Italien werde seine Truppen voraussichtlich Anfang 2006 aus dem Irak zurückziehen. Eine Entscheidung werde die Regierung in Rom aber nur in Absprache mit den Verbündeten fällen, so Fini Dienstag. Als entscheidendes Datum für einen Rückzug nannte er die Wahl eines Parlaments im Irak. Diese ist für Ende 2005 vorgesehen, dürfte sich aber verzögern.

Unterdessen bemüht sich die Regierung in Tokio nach der Entführung eines japanischen Mitarbeiters einer Sicherheitsfirma am Sonntag um die Freilassung des Mannes. In einer im Internet veröffentlichten Botschaft bekannte sich die radikalislamische Gruppe Ansar el Sunna zu der Entführung. Der Japaner sei "schwer verletzt", hieß es dort.

Japan hat rund 600 Soldaten im Irak stationiert, die unter anderem an humanitären Maßnahmen und Bauprojekten beteiligt sind. (AP, AFP/DER STANDARD, Printausgabe, 11.5.2005)

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