Wirkung von Pheromonen an sexuelle Vorlieben geküpft

18. Mai 2005, 12:29
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Schwedische Studie: Schwule Männer reagieren auf dieselben Pheromone wie heterosexuelle Frauen - Forscher sehen biologische Erklärung für Homosexualität gestützt

Stockholm - Homosexuelle Männer reagieren einer schwedischen Studie zufolge genau wie Frauen auf die sexuell anregenden Duftstoffe Pheromone. "Das zeigt, dass Reaktionen auf diese Pheromone nicht an das Geschlecht geknüpft sind, sondern an die sexuelle Vorliebe", sagte der schwedische Wissenschaftler Per Lindström am Dienstag.

"Wir glauben, dass unsere Untersuchungen im Gegensatz zu psychologischen Ansätzen die biologische Erklärung für Homosexualität untermauern", betonte der Arzt, der am Universitätskrankenhaus Karolinska arbeitet, in einem Interview mit dem schwedischen Rundfunk.

Keine Reaktion auf weibliche Pheromone

"Dieses Ergebnis kann Schuldgefühle zerstreuen, die immer noch mit der Homosexualität einhergehen", sagte Lindström im Radio. Die am Montag veröffentlichte Untersuchung zeigt, dass Schwule im Gegensatz zu heterosexuellen Männern nicht von weiblichen Pheromonen erregt werden, sondern auf dieselben männlichen Duftstoffe reagieren, die heterosexuelle Frauen beeinflussen. Pheromone sind chemische Substanzen, die der unterbewussten, biochemischen Verständigung zwischen Lebewesen einer Art dienen. Das in der Studie genannte Androstenon ist ein Umbauprodukt des Sexualhormons Testosteron, das beispielsweise in männlichem Achselschweiß vorkommt.

Fachleute sind sich darüber einig, dass Pheromone das Verhalten von Tieren bestimmen, indem sie das andere Geschlecht anziehen. Über die Frage, welche Rolle Pheromone beim Menschen spielen, gibt es jedoch keinen Konsens. Das schwedische Forscherteam hatte die Gehirnströme von insgesamt 48 Versuchspersonen aufgezeichnet, die jeweils denselben Pheromonen ausgesetzt wurden. Die vier Testgruppen setzten sich aus je zwölf hetero- beziehungsweise homosexuellen Männern und Frauen zusammen, wobei heterosexuelle Frauen und homosexuelle Männer ähnlich reagierten. Die Studie wurde in der Zeitschrift "Proceedings of the National Academy of Science of the United States of America (PNAS) veröffentlicht. (APA)

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