Neue Niederlage für Berlusconi

15. Mai 2005, 13:47
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Verluste bei Provinzwahlen in Sardinien, Aosta und im Trentino

Das regierende Rechtsbündnis hat bei den Gemeinde- und Provinzwahlen in Sardinien, Aosta und im Trentino ein neue Niederlage erlitten. In Sardinien siegte die Linkskoalition in sechs der acht Provinzen, darunter in der Hauptstadt Cagliari. In einer Provinz ist eine Stichwahl erforderlich, nur in Oristano blieb das Rechtsbündnis siegreich. Auch bei den Gemeindewahlen in den Provinzhauptstädten Sassari und Nuoro war das Ulivo-Bündnis erfolgreich.

Die schwerste Niederlage erlitt Berlusconis Koalition in Aosta, wo der Autonomist Guido Grimod mit Unterstützung des Linksbündnisses zum Bürgermeister gewählt wurde. Die Nationale Allianz schrumpfte in der Regionalhauptstadt auf ein historisches Tief von 2,3 Prozent, Forza Italia musste sich mit 6,5 Prozent begnügen.

Auch in Trient schaffte Alberto Pacher das Rennen mit 64 Prozent bereits in der ersten Runde. In Rovereto verfehlte das Rechtsbündnis den Einzug in die Stichwahl. In Bozen schnitt die Ölbaum-Koalition dagegen unerwartet schlecht ab. Der Quereinsteiger Giovanni Benussi von der Nationalen Allianz siegte mit 42 Prozent vor Bürgermeister Giovanni Salghetti mit 35.

"Katastrophe" für SVP

Die Südtiroler Volkspartei wird Salghetti in der Stichwahl unterstützen. Der SVP-Obmann und Bozner Vizebürgermeister Elmar Pichler-Rolle bezeichnete das Wahlergebnis in Bozen als "mittlere Katastrophe". Die SVP verlor landesweit fast vier Prozent. Auch die Bürgermeister von Meran, Leifers und Brixen werden in Stichwahlen ermittelt. Zu den Wahlen am Sonntag waren italienweit 2,5 Millionen Bürger aufgerufen. (DER STANDARD, Printausgabe, 11.5.2005)

Gerhard Mumelter aus Rom
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