Ein gutes Jahr für Festival-Veteranen

12. Mai 2005, 11:04
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Mit Dominic Molls Thriller "Lemming" starteten am Mittwoch die 58. Filmfestspiele in Cannes

Cannes - Die Namensliste der diesjährigen Filmfestspiele in Cannes erweckt den Anschein, als wäre es den Organisatoren darum gegangen, eine hochklassige Jubiläumsfeier zu gestalten: David Cronenberg, Wim Wenders, Jean-Luc und Pierre Dardenne, Jim Jarmusch, Lars von Trier, Gus van Sant und, nicht zuletzt, der österreichische Regisseur Michael Haneke - sie alle haben in Cannes bereits Furore gemacht, Preise eingeheimst. Ob das für den 58. Wettbewerb im Palais de Festival, in dem diese Großmeister nun gegeneinander antreten, eine geballte Ladung Meisterwerke oder doch nur Veranstaltungsnostalgie bedeuten wird? Die kommenden zwölf Tage werden es weisen.

Heute, Mittwoch, wird das bedeutendste Forum der Filmwelt eröffnet, und das, wie schon so oft, mit einer patriotischen Geste des französischen Kinos: Der junge Regisseur Dominic Moll liefert mit dem Beziehungsthriller Lemming den Eröffnungsfilm. Und ab da geht es Schlag auf Schlag, mit angekündigten Highlights zwischen Mainstream (etwa die angekündigte Weltpremiere von Star Wars: Episode 3) und Arthouse-Kino.

Michael Hanekes jüngster Film Caché (mit Juliette Binoche und Daniel Auteuil) wird übrigens am kommenden Samstag im Hauptabendprogramm gezeigt: Das ist an und für sich ein Indiz, dass die Veranstalter den Film für besonders attraktiv und publikumstauglich halten, denn gerade rund um die Wochenenden ist der Prominentenauftrieb auf dem roten Teppich in Cannes erfahrungsgemäß besonders groß.

Beträchtlich stolz sind die heimischen Produzenten und Verleiher auch auf einen eigenen Austrian Day, der am 17. Mai im Rahmen des Festivals abgehalten wird. Tatsächlich ein Highlight des jüngeren heimischen Filmschaffens ist die neueste Arbeit von Avantgarde-Filmemacher Peter Tscherkassy: Instructions for a Light and Sound Machine wird in der renommierten Director's Fortnight gezeigt. Weitere heimische Beiträge: Schläfer von Benjamin Heisenberg in Un Certain Regard, Shadowing the Third Man von Frederick Baker sowie Kurzfilme von Siegfried A. Fruhauf und Michael Ramsauer in der Semaine de la Critique und der Quinzaine des Réalisateurs. Wie wünscht man in Frankreich: "Bonne projéction!" (DER STANDARD, Printausgabe, 11.05.2005)

Von Claus Philipp aus Cannes
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    foto: image.net
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