Clariant zeigt operative Schwäche

24. Mai 2005, 19:39
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Gewinn im ersten Quartal auf Grund von Einmal­effekten gestiegen - Preis­erhöhungen werden erwartet

Zürich - Der Gewinn des Schweizer Spezialchemiekonzerns Clariant ist im ersten Quartal 2005 zwar dank Einmaleffekten gestiegen. Doch die operative Entwicklung fiel nach Ansicht von Analysten enttäuschend aus und das laufende Jahr könnte sich für Clariant noch als steinig erweisen. An der Börse verzeichnete das Papier herbe Verluste.

So kletterte der Gewinn um 18 Prozent auf 72 Mio. sfr (46,6 Mio. Euro), wie das Unternehmen am Dienstag weiter mitteilte. Allerdings haben sich hier niedriger als erwartet ausgefallene Restrukturierungskosten, Steuern sowie Währungsgewinne positiv ausgewirkt. Der Umsatz sank um drei Prozent auf 1,992 (Vorjahresquartal 2,045) Mrd. sfr. Der Betriebsgewinn (EBIT) inklusive Einmaleffekte und Goodwill brach um 29 Prozent auf 110 (154) Mio. sfr ein.

Jahresprognose bestätigt

Demnach sollen 2005 auf vergleichbarer Basis Reingewinn, Umsatz in Lokalwährungen und die operativen Marge vor Einmaleffekten steigen. "Die Performance von Clariant im ersten Quartal ist angesichts des relativ schwachen Marktes solide ausgefallen", wird Konzernchef Roland Lösser in der Mitteilung zitiert.

Bis Ende 2005 will Clariant die Kostenbasis um rund 300 Mio. sfr gesenkt haben. Im ersten Quartal 2005 beliefen sich die Einsparungen auf 50 Mio. sfr. Analysten hatten mehr erwartet und vermutet, das Clariant die größten Restrukturierungsbrocken noch bevorstehen. So sagte Finanzchef Francois Note in einer Telefonkonferenz, dass für die zweite Jahreshälfte höhere Einsparungen aus Restrukturierungen, aber auch höhere Kosten zu erwarten sein.

Preiserhöhungen

Für das laufende Jahr erwartet Clariant nach eigenen Angaben einen Rohstoffpreisanstieg um fünf bis sieben Prozent. Dieser Negativeffekt soll mit organischem Umsatzwachstum, weiteren Preissteigerungen und den positiven Effekten aus den in den vergangenen 18 Monaten erarbeiteten Maßnahmen zur Performanceverbesserung mehr als wettgemacht werden, hieß es weiter. Nach Aussage von Pomrehn müsste Clariant dazu die Preise um drei Prozent erhöhen; eine Erwartung, die Finanzchef Note dämpfte. "Wir erwarten drei Prozent (Preiserhöhungen), aber es wird schwer, das zu erreichen", sagte er. Es müsste aber Erhöhungen über den im ersten Quartal erzielten Prozent möglich sein.

Marktexperten geben der Spezialchemie-Branche in diesem Jahr nicht sonderlich gute Karten. Mit ihren hochpreisigen Produkten wie Lacken und Textilfärbemitteln kommen die Hersteller in diesen Nischen zunehmend durch asiatische Billigkonkurrenz in Bedrängnis. Das macht es schwer, die teilweise massiv gestiegenen Rohstoffkosten an die Kunden weiter zu geben. (APA/Reuters)

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