Oppositionsunmut über ORF-Berichterstattung

11. Mai 2005, 13:22
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Kritik von Grünen und SPÖ an Schüssels TV-Ansprache zum 50-jährigen Staatsvertragsjubiläum

SPÖ und Grüne machen wieder einmal ihrer Unzufriedenheit mit der ORF-TV-Information Luft. SPÖ-Bundesgeschäftsführer Norbert Darabos kritisierte am Dienstag in einer Aussendung die für Samstagabend angesetzte, auf beiden Fernsehkanälen durchgeschaltete Ansprache von Bundeskanzler Wolfgang Schüssel (V) zum Anlass des 50-jährigen Staatsvertragsjubiläums. Die Grünen sehen dieser Tage laut Medienberichten Einflussnahme der ÖVP auf die ORF-Berichterstattung. Stein des Anstoßes ist bei beiden Parteien TV-Chefredakteur Werner Mück.

Schüssels TV-Ansprache verstoße gegen den Usus, dass es bisher dem "über Parteigrenzen stehenden und agierenden Bundespräsidenten" vorbehalten gewesen sei, sich "zu wenigen wichtigen Anlässen direkt ans Volk zu wenden", schalt Darabos. Laut ORF wird der Bundeskanzler am Samstag um 19.50 Uhr vier Minuten lang eine Ansprache halten.

Die stellvertretende Grünen-Chefin Eva Glawischnig kritisierte am Dienstag im "Kurier" eine "Entpolitisierung und Chronikalisierung der ORF-Information", wodurch für die ÖVP Unangenehmes ausgespart werde. Ähnlich Parteichef Alexander Van der Bellen: Mück mache "von sich aus ÖVP-Politik in den ORF-Nachrichtensendungen", sagt er in der neuen Ausgabe von "tv-media".

Mück selbst reagierte im "Kurier" betont gelassen auf die Grünen Anwürfe: "Ich kenne die Vorwürfe vor allem von der SPÖ und neuerdings dem BZÖ, seitens der Grünen sind sie neu. Offenkundig wurde ich als Reibebaum für Oppositionsrhetorik erkoren." (APA)

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