Im Wortlaut: "Außerordentlicher Gewinn für den Kulturstandort Bayern"

10. Mai 2005, 15:28
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Auszüge aus dem Statement des Bayerischen Kunstministers Thomas Goppel: "Habemus Intendantem!" - "Allenfalls in Mailand gehen diese Dinge noch schneller"

Wien/München - Im Folgenden Auszüge aus der schriftlichen Fassung des Presse-Statements des Bayerischen Staatsministers für Wissenschaft, Forschung und Kunst, Thomas Goppel, anlässlich der heutigen Vorstellung des Intendanten der Bayerischen Staatsoper ab 2008, Klaus Bachler:

"Habemus Intendantem!"

"Auf den Tag genau drei Wochen nach dem 'Habemus papam' auf dem Petersplatz in Rom können wir heute am Salvatorplatz verkünden: 'Habemus Intendantem'! Es ist für mich eine besondere Freude und große Ehre, Ihnen heute den künftigen Intendanten der Bayerischen Staatsoper, Herrn Klaus Bachler, vorstellen zu können.

Der Freude über den heutigen Tag gingen weniger erfreuliche Ereignisse in den vergangenen Wochen voraus. Wie Sie alle wissen, habe ich mich mit Prof. Christoph Albrecht darüber verständigt, dass wir in Verhandlungen über die Auflösung seines Vertrags eintreten. Prof. Albrecht war ursprünglich für die Intendanz der Staatsoper ab 2006 vorgesehen. Wir haben vereinbart, über die Hintergründe dieser Entscheidung Stillschweigen zu bewahren. Daran haben wir uns beide konsequent gehalten, und dies will ich auch heute tun. Mir ist sehr daran gelegen, dass die Verhandlungen mit Christoph Albrecht weiter in einer sachlichen und menschlich korrekten Form verlaufen, und ich will meinen Beitrag dazu in der vereinbarten Weise leisten.

"Allenfalls in Mailand gehen diese Dinge noch schneller"

Wir haben unmittelbar nach der Entscheidung, die wir am 18. März bekannt gegeben haben, Sondierungen zur Frage der künftigen Leitung der Staatsoper aufgenommen. Heute, keine zwei Monate später, können wir Erfolg vermelden - allenfalls in Mailand gehen diese Dinge noch schneller, allerdings auch mit erheblich größerer Lärmemission!

In der Person von Klaus Bachler, dem derzeitigen Intendanten des Wiener Burgtheaters, wird ab Beginn der Spielzeit 2008/09 einer der international profiliertesten Theaterleiter das Ruder am Max-Joseph-Platz übernehmen. Er wird für zunächst fünf Jahre die Geschicke der Bayerischen Staatsoper gemeinsam mit unserem designierten Generalmusikdirektor Kent Nagano bestimmen. (...)

"Zählt zu den gefragtesten Intendantenpersönlichkeiten"

Klaus Bachler zählt zu den international gefragtesten Intendantenpersönlichkeiten. Es ist ein außerordentlicher Gewinn für den Kulturstandort Bayern und sein Flaggschiff, die Bayerische Staatsoper, mit ihm einen erfahrenen, engagierten, in Fachkreisen anerkannten und beim Publikum erfolgreichen Kulturmanager zu gewinnen. Er ist der richtige Mann, um an der Staatsoper wieder für Aufbruchstimmung zu sorgen. Dass er das Vertrauen und die volle Unterstützung des designierten Generalmusikdirektors Kent Nagano hat, bestärkt mich in meiner Überzeugung. Mit seiner Berufung haben wir eine zukunftsweisende Weichenstellung vorgenommen! (...) Sir Peter Jonas und Zubin Mehta haben das Haus vorbildlich bestellt und übergeben es in künstlerischer wie wirtschaftlicher Hinsicht wohl geordnet. Am Auftrag der Staatsoper, Musiktheater aus allen Epochen auf höchstem qualitativem Niveau darzubieten, wird sich auch unter dem künftigen Intendanten nichts ändern. Er wird möglicherweise andere Schwerpunkte setzen, aber er muss die Staatsoper nicht neu erfinden.

Staatsoper "auf Erfolgskurs halten"

Wir wünschen uns von Klaus Bachler, dass er die Staatsoper in finanziell schwieriger Zeit auf Erfolgskurs halten und ihren Rang im Kreis der international führenden Opernhäuser weiter ausbauen kann. Wir wünschen uns von ihm nichts weniger als die Quadratur des Kreises - dass nämlich die Interessen von Publikum und Fachwelt gleichermaßen Eingang in seine künstlerische Arbeit finden. (...) Persönlich freue ich mich auf eine gute und vertrauensvolle Zusammenarbeit. Wie alle Opernfans in München und darüber hinaus setze ich große Hoffnungen und Erwartungen in ihn.

Klaus Bachler wird erst 2008 die volle Verantwortung des Intendanten übernehmen. Dennoch nimmt er ab sofort nicht nur die Planungen für 'seine' ersten Spielzeiten auf, sondern ist auch intensiv in die Gestaltung der Interimszeit nach 2006 eingebunden. Die wird - wie Sie wissen - von Kent Nagano zusammen mit den Mitgliedern der Operndirektion kommissarisch verantwortet. Für Ihre verantwortungsvolle Aufgabe wünsche ich Ihnen, lieber Herr Bachler, eine glückliche Hand und viel Erfolg." (APA)

  • Bild nicht mehr verfügbar

    Die Bayerische Staatsoper in München

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