Israel begrüßt Einweihung des Holocaust-Mahnmals in Berlin

12. Mai 2005, 09:55
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"Positiver Schritt" - US-Architekt Eisenman übergab Denkmal - Spiegel: Wertschätzung für Projekt betont

Jerusalem/Berlin - Israel hat die Einweihung des Holocaust-Mahnmals in Berlin als "positiven Schritt" gewürdigt. "Wir begrüßen dieses Projekt und sehen die deutsche Regierung als Verbündete im Kampf gegen den weltweiten Antisemitismus", sagte der Sprecher des israelischen Außenministeriums, Mark Regev, am Dienstag.

Israel sei "all den Menschen in Deutschland dankbar, die sich für die Einrichtung des Mahnmals eingesetzt haben". Es sei auch symbolhaft für die Beziehungen zwischen Israel und dem neuen Deutschland.

Das Mahnmal wurde am Dienstag nach zweijähriger Bauzeit eingeweiht. "Es ist mir eine Ehre, das Denkmal dem deutschen Volk zu übergeben", sagte der US-Architekt Peter Eisenman vor 1.000 Ehrengästen. Unter ihnen befanden sich Überlebende des Holocaust, der deutsche Bundespräsident Horst Köhler und Bundeskanzler Gerhard Schröder (SPD).

Der Präsident des Zentralrates der Juden in Deutschland, Paul Spiegel, äußerte neben seiner Anerkennung für das gesamte Projekt auch deutliche Kritik daran, dass sich das Denkmal jeder Aussage über die Schuldigen entziehe. Der deutsche Bundestagspräsident Thierse erinnerte daran, dass das Denkmal aus einer bürgerschaftlichen Initiative um Lea Rosh entstanden sei. Die Entscheidung des Bundestages sei "die Entscheidung für ein erstes gemeinsames Erinnerungsprojekt des wiedervereinten Deutschland" und das Bekenntnis, dass sich dieses geeinte Deutschland zu seiner Geschichte bekenne.

Das 1999 vom Deutschen Bundestag beschlossene und unweit des Brandenburger Tores errichtete Denkmal mit 2.711 Betonstelen und unterirdischen Dokumentationsräumen kostete 27,6 Millionen Euro. Es soll ab Donnerstag für die Öffentlichkeit zugänglich sein. (APA/dpa)

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