Reaktionen auf Bachlers Abgang: Verständnis und Bedauern

10. Mai 2005, 15:10
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Morak: Entscheidung "verständlich und nachvollziehbar" - Springer: Berufung ist "Auszeichnung für Burgtheater" - Mailath-Pokorny bedauert Weggang

Wien - Für Kunststaatssekretär Franz Morak ist Klaus Bachlers "Entscheidung, sich wieder mit dem Musiktheater auseinander zu setzen, nach zehn Jahren hervorragender und international geschätzter Tätigkeit am Sprechtheater verständlich und nachvollziehbar", so der Kunststaatssekretär (V) in einer Aussendung.

"Direktor Bachler hat mich über seine Entscheidung, seinen Vertrag in Wien erfüllen zu wollen und danach die Bayrische Staatsoper München als Intendant zu übernehmen, informiert", heißt es weiter, "Um einen optimalen Übergang für das Burgtheater zu ermöglichen, werde ich auf Basis des Bundestheaterorganisationsgesetzes die nötigen Schritte setzen."

Springer: Bachlers Berufung ist "Auszeichnung für Burgtheater"

Für den Chef der Bundestheater-Holding, Georg Springer, ist die Berufung Klaus Bachlers nach München "eine Auszeichnung für den Direktor des Burgtheaters, auch für die Institution und für die Bundestheater". Für die Spielzeit 2008/09 sieht er eine Parallelität mit München "nur kalendarisch, nicht arbeitsmäßig und daher kein Problem". Er sei überzeugt, dass Bachler, wie vereinbart, "sich voll um künstlerischen Gehalt und Ablauf der letzten Spielzeit kümmern wird", so Springer.

"Man ist immer traurig wenn man einen guten Partner verliert", so Springer, "aber es stehen uns gemeinsam noch einige sicher spannende, auch schwierige Jahre bevor."

Nachfolgefrage stelle sich erst Ende 2006

Dass Bachler nach 2009 nicht mehr zur Verfügung stehen werde, habe dieser bereits bei seiner letzten Vertragsverlängerung klargestellt. Es sei also klar gewesen, dass seine Nachfolge vorzubereiten sei. Die Frage nach der konkreten Person stelle sich aber erst Ende 2006.

Ein Resümee der Ära Bachler will Springer erst nach dessen letzter Spielzeit ziehen. "Aber eines kann ich schon aus heutiger Sicht sagen, dass er eine sehr produktive schöpferische Ruhe in das Haus gebracht hat - nicht nur in den künstlerischen, sondern auch in den technischen Bereich. Und das Ganze mit einem sehr hohen wirtschaftlichen Anspruch, den er auch immer erfüllt hat."

Mailath-Pokorny bedauert Weggang der "weltoffenen Persönlichkeit"

Der Wiener Kulturstadtrat Andreas Mailath-Pokorny (S) gratulierte Bachler in einer Aussendung und meinte: "Ich bedaure, dass eine so weltoffene Persönlichkeit wie Klaus Bachler das Wiener Kulturleben verlässt und hoffe, dass seine Entscheidung nicht mit der Kulturpolitik beziehungsweise der restriktiven Finanzpolitik des Bundes zusammenhängt". Dem "Wiener Kulturleben wäre zu wünschen, dass die Nachfolge Bachlers großzügig und international gelöst wird, anstatt provinzielle Enge widerzuspiegeln."

Holender freut sich für Bachler

Staatsoperndirektor Ioan Holender freut sich für Klaus Bachler, "zu dessen Volksopern-Berufung ich ja maßgeblich beigetragen hatte, dass er wieder ein großes Opernhaus leiten wird", so Holender. Für München bedeute Bachlers Bestellung "sicher sehr positive und fachkundige Impulse". (APA)

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