Serienmörder in Lettland vor Gericht - 38 Menschen getötet

11. Mai 2005, 08:36
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Alte allein stehende Menschen erwürgt oder erdrosselt

In Lettland soll ein Serienmörder 38 Menschen getötet haben. Nun muss sich der mutmaßliche Täter in einem spektakulären Prozess verantworten. Am Dienstag begann das Bezirksgericht in Riga mit der Urteilsverlesung. Nach Angaben der Staatsanwaltschaft hatte sich der 29-Jährige meist als Gasmann verkleidet Zugang zu Wohnungen von alten allein stehenden Menschen verschafft, diese ausgeraubt und erwürgt oder erdrosselt. Die Bluttaten geschahen im Winter 2002/2003.

Ein psychologisches Gutachten stufte den Mann, der einige Taten zugegeben hat, als "voll schuldfähig" ein. Der Angeklagte beteuerte, dass die Opfer noch am Leben gewesen seien, als er sie verließ. Die Verteidigung plädierte daher auf ein vermindertes Strafmaß. Prozessbeobachter erwarteten allerdings eine lebenslange Strafe.

Die Urteilsverlesung wird am Mittwoch fortgesetzt. Der Angeklagte kommt nach Gerichtsangaben aus einer Problemfamilie. Während des Verfahrens wurden Fehler von Polizei und Ärzten, die offensichtlich falsche Todesscheine ausstellten, deutlich. Auf die Spur einer Serie kamen die Ermittler durch das erste Geständnis des Mannes im Februar 2003. (APA/dpa)

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