Griechische Zyprioten zu neuen Wiedervereinigungsgesprächen bereit

27. Juli 2005, 17:50
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Zyperns Staatschef Papadopoulos traf Annan in Moskau

Nikosia - Die griechischen Zyprioten haben sich gegenüber den Vereinten Nationen zu Sondierungsgesprächen über die Aufnahme von neuen Verhandlungen zur Wiedervereinigung der geteilten Mittelmeerinsel bereit erklärt. Der zypriotische Staatspräsident Tassos Papadopoulos, der am Montag am Rande der Moskauer Siegesfeiern mit UNO-Generalsekretär Kofi Annan zusammengetroffen war, habe bestätigt, dass er bald einen Gesandten in das New Yorker UNO-Hauptquartier schicken werde, sagte ein UNO-Sprecher in Nikosia am Dienstag. Der genaue Zeitpunkt blieb zunächst unklar.

Keine EU im Norden

Völkerrechtlich ist zwar die gesamte Insel seit 1. Mai 2004 EU-Mitglied, doch findet das Regelwerk der Union im türkisch kontrollierten Norden keine Anwendung. Durch ihre Militärpräsenz ist die Türkei derzeit quasi Besatzungsmacht in einem EU-Mitgliedsland.

Der von UNO-Generalsekretär Annan vorgelegte Wiedervereinigungsplan war im Vorjahr von den griechischen Zyprioten in einem Referendum abgelehnt worden, weil er der überwiegenden Mehrheit der nach der türkischen Invasion 1974 aus dem Norden der Insel vertriebenen 200.000 griechischen Zyprioten und deren Nachkommen die Rückkehr in ihre Heimatorte verwehrte, zugleich aber vorsah, dass ein großer Teil der von der Türkei angesiedelten 110.000 Festlandtürken und der türkischen Truppen auf der Insel bleiben kann. Der Annan-Plan hat einen Bundesstaat aus zwei weitgehend eigenständigen ethnischen Kantonen zum Ziel. Die türkischen Zyprioten hatten dem UNO-Plan mehrheitlich zugestimmt. (APA/Reuters)

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