Polen: Frauenfeindliche Reklame bekämpfen

27. Mai 2005, 14:19
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Gleichstellungsbeauftragte Sroda hofft auf Erfolg in staatlichen Fernsehsendern

Die Gleichstellungsbeauftragte der polnischen Regierung, Magdalena Sroda, will frauenfeindliche TV-Reklame unterbinden. Ihr missfallen vor allem Werbespots, in denen Frauen als Sexualobjekte dargestellt werden. Zumindest im staatlichen Fernsehen glaubt Sroda an einen Erfolg ihrer Initiative, berichtet am Dienstag die polnische Zeitung "Gazeta Wyborcza".

Immer mehr Werbespots die den Grundsätzen der Gleichstellung widersprechen

Seit mehreren Monaten wertet ihr Büro Reklamesendungen aus. Die Schlussfolgerung: Es gibt immer mehr Werbespots, die den Grundsätzen der Gleichstellung von Frauen und Männern und dem verfassungsrechtlichen Verbot von Diskriminierung auf Grund des Geschlechts widersprechen. Sroda wandte sich daher in einem Brief an die Chefin des Nationalen Rundfunkrates (KRRiTV), Danuta Waniek, mit der Bitte um Intervention. "Frauen sind in der Werbung aus sittlichem Standpunkt in doppeldeutigen Situationen dargestellt oder sie sind infantilisiert, indem sie Partnergespräche mit Käse, Waschpulver (...) führen", schrieb Sroda.

Der Direktor der Warschauer Werbeagentur DDB Marcin Mroczak gibt in diesem Zusammenhang zu, dass er kein anderes Land kenne, in dem die Vorschriften über Fernsehreklame so liberal seien. Seiner Meinung nach blühe in polnischen Werbekampagnen der "Galgenhumor" und das Problem beruhe darauf, dass es in der Gesellschaft Zustimmung dafür gebe.

Hoffen auf Erfolg im staatlichen Fernsehen

Sroda ist sich dessen bewusst, dass sie kaum Chancen hat, die Zahl der frauenfeindlichen Werbespots in privaten Fernsehsendern zu begrenzen. Sie hofft aber auf einen Erfolg im staatlichen Fernsehen. Die Regierungsbeauftragte schlägt die Gründung einer Organisation vor, die dessen Werbespots analisieren und frauendiskriminierende Reklame ablehnen solle.

Rundfunksrats-Chefin Waniek ordnete unterdessen ein Monitoring aller Werbespots an, die in den vergangenen drei Monaten ausgestrahlt wurden. (APA)

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