Tötungsversuch an Gendarmen - Prozess in St. Pölten

11. Mai 2005, 22:57
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Angeklagter soll in Anstalt für geistig abnorme Rechtsbrecher eingewiesen werden

Ein Tötungsversuch an einem Gendarmen war am Montag Gegenstand eines Prozesses am Landesgericht St. Pölten. Am 31. März 2004 hatte der 58-jährige in Erlauf (Bezirk St. Pölten) einen befreundeten Exekutivbeamten mit einem Hammer attackiert, ihn mit Benzin übergossen und angezündet. Der Angeklagte soll in eine Anstalt für geistig abnorme Rechtsbrecher eingeliefert werden.

Laut einem Gutachten soll der Beschuldigte zum Tatzeitpunkt nicht zurechnungsfähig gewesen sein. Der 55-Jährige hatte vor dem Haus des 58-Jährigen Radarmessungen durchgeführt. Als der Beamte die Toilette des Freundes aufsuchen wollte, kam es zu dem dramatischen Zwischenfall. Das Opfer erlitt lebensgefährliche Verletzungen.

Psychotische Störungen

Der 58-Jährige litt seit längerer Zeit an schweren psychotischen Störungen und Depressionen. Im Zuge der Befragung durch den Richter gab er an, sich nur noch an den ersten Schlag mit dem Hammer gegen den Kopf des Gendarmen erinnern zu können. Eine "innere Stimme" habe ihm befohlen, zuerst den Mann und anschließend sich selbst zu töten.

Das immer noch schwer gezeichnete Opfer verbrachte elf Tage im künstlichen Tiefschlaf und ingsgesamt neun Wochen auf der Intensivstation. Erst am 30. September wurde er in häusliche Pflege entlassen. Er leidet immer noch unter Panikattacken und Verfolgungswahn, benötigt psychotherapeutische Behandlung und kann sich auf Grund zahlreicher Hauttransplantationen nur mühsam fortbewegen. (APA)

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