Bertelsmann baut US-Clubgeschäft aus

18. Mai 2005, 10:03
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Übernahme von Columbia House für rund 400 Mio. Dollar

Der deutsche Bertelsmann-Konzern übernimmt den US-Musik- und DVD-Händler Columbia House. Das teilte Bertelsmann am Dienstag in einer Aussendung mit. Der Kaufpreis wurde nicht bekannt gegeben, das Wall Street Journal (WSJ) geht jedoch von rund 400 Mio. Dollar aus. Columbia House ist der größte US-Musik- und DVD-Händler auf Basis des Club-Prinzips. Die Übernahme ist auch ein Bekenntnis zum Buchclubgeschäft, mit dem Bertelsmann groß geworden ist.

Columbia House wird mit BMG Direct, dem US-Musikclubgeschäft von Bertelsmann, verschmolzen. "Dieser Schritt bedeutet den strategischen Einstieg in den wachsenden DVD-Markt und erweitert unsere Kundenbasis im US-Geschäft", sagte Ewald Walgenbach, CEO der DirectGroup, deren Tochter BMG Direct ist. Mit BMG Direct, das vor allem Musikclubs betreibt, und Columbia House, das den Großteil des Umsatzes mit DVDs macht, werden "zwei profitable Geschäfte zusammengeführt", so Walgenbach weiter. Das neue Unternehmen wird einen Jahresumsatz von etwa 1,5 Mrd. Dollar und rund 16 Mio. Clubmitglieder in den USA und Kanada haben.

Columbia House hat in den vergangenen Jahren an den Symptomen des Clubgeschäfts gelitten: Sinkende Mitgliederzahlen und schrumpfende Umsätze. Das Clubprinzip mit Mitgliedschaft und Kaufverpflichtung hat aufgrund des wachsenden Angebots durch Online-Händler wie Amazon oder Supermarktketten wie Wal-Mart an Attraktivität für die Konsumenten verloren. Nach einigen Jahren der Restrukturierung sind aber wieder Zeichen der Erholung im Clubgeschäft auszumachen. Die Buch- und Musikclubs von Bertelsmann haben laut eigenen Angaben rund 32 Mio. Mitglieder in 22 Ländern. Der Konzern ist damit der weltweit größte Anbieter im Clubgeschäft. (pte)

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