NÖ: 83 Ämter werden fix geschlossen

26. Mai 2005, 19:57
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67 neue Postpartner oder -servicestellen sollen eingerichtet werden - SP-NÖ erinnert an einstimmigen Landtagsbeschluss gegen die Schließungspläne

St. Pölten - Von den 93 Postämtern, die in Niederösterreich geschlossen werden sollten, bleiben zehn "unter Beobachtung" offen, in 67 Fällen werden Postpartner bzw. -servicestellen eingerichtet, in 16 Gemeinden werden Landzusteller tätig. Zu diesem Ergebnis für das größte Bundesland ist die Post-Kontrollkommission am Montag gekommen.

Entscheidend sei, dass es eine flächendeckende regionale Versorgung auch in Zukunft geben werde, reagierte Gerhard Karner, Landesgeschäftsführer der Volkspartei NÖ, am Dienstag auf Anfrage. Durch "hartes, geschicktes Verhandeln der Bürgermeister" sei es möglich geworden, "dass es in knapp 70 Gemeinden Postversorgung durch Partner oder Servicestellen geben wird". Das würde auch die Nahversorger stärken, so Karner.

In seiner Reaktion erinnerte der VP-Landesgeschäftsführer daran, dass die SPÖ im vergangenen Herbst den Umstrukturierungsplänen zugestimmt habe. Die Bevölkerung habe daher "kein Verständnis für scheinheiliges Getue" und für eine Politik, die "die Steuerzahler Millionen kosten würde".

SP-NÖ erinnert an einstimmigen Landtagsbeschluss

SP-NÖ-Klubobmann Hannes Weninger übte in einer Aussendung Kritik an der "Wendehalspolitik" der VPNÖ. Er erinnerte an den einstimmigen Landtagsbeschluss gegen die aktuellen Schließungspläne vom 25. November 2004. Damals habe VPNÖ-Klubobmann Klaus Schneeberger festgestellt, dass Niederösterreich im Jahr 2002 seinen Beitrag zur Strukturbereinigung der Post geleistet habe.

Es dürfe im Bundesland zu keinem Qualitätsverlust kommen, eine umfassende Versorgung mit Postdienstleistungen müsse auch in Zukunft gewährleistet sein, hieß es damals. Nun stellt sich für den SP-Politiker die Frage, was sich seitdem geändert habe. "Leider bleibt die ÖVP Niederösterreich die Partei der 'Ausdünnung des ländlichen Raums' und damit jene Kraft, die wenig gibt auf die Lebensqualität in den Gemeinden und die Versorgungssicherheit der Bevölkerung", so Weninger. "Was die Bundesregierung befiehlt, muss die VPNÖ goutieren. Da werden sogar Landtagsbeschlüsse vom Tisch gewischt."

Niederösterreich habe in den vergangenen drei Jahren bereits 300 Postämter verloren, betonte der Klubobmann. Die Menschen vor allem im ländlichen Raum würden über schlechtere Versorgung klagen. (APA)

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