41-jähriger Waldviertler hortete Waffen und Munition

11. Mai 2005, 08:36
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"Einer der größten Funde der vergangenen Jahre" in Niederösterreich

Illegale und verbotene Waffen, Munition sowie Kriegsmaterial hat ein beschäftigungsloser 41-Jähriger aus dem Bezirk Horn gehortet. Beamte des Landesamtes für Verfassungsschutz und Terrorismusbekämpfung (LVT) Niederösterreich haben das Arsenal gemeinsam mit örtlichen Gendarmen beschlagnahmt.

"Einer der größten Funde der vergangenen Jahre"

Sicherheitsdirektor Franz Prucher sprach in einer Pressekonferenz am Dienstagnachmittag von "einem der größten Waffenfunde der vergangenen Jahre in Niederösterreich". Die Sicherstellungen im Einzelnen: vier Handgranaten serbischer Herkunft, ein scharfer Übungshandgranatenzünder, ein Kalaschnikow-Sturmgewehr, acht Maschinenpistolen verschiedener Marken, dazu ein Lauf, vier Kalaschnikow-Verschlüsse, zwölf Schalldämpfer, eine Pistole mit Schalldämpfer, etwa 300 Stück verbotene Munition, eine Selbstladebüchse sowie neun Pistolen und Revolver mit Magazinen und Munition - alles funktionsfähig.

Legal besessen hat der Waldviertler darüber hinaus laut LVT-Leiter Rudolf Slamanig zwei Pistolen, ein halbautomatisches Gewehr, sechs weitere - meldepflichtige - Gewehre, etwa 6.000 Stück Munition sowie eine Luftdruckpistole und zwei Schreckschusspistolen.

Die Ermittlungen nach einem Hinweis hätten zunächst "keine konkreten Anhaltspunkte" gegeben, berichtete LVT-Leiter Rudolf Slamanig. Bei der Überprüfung der legalen Waffen seien jedoch verbotene Munition und ein Übungshandgranatenzünder entdeckt worden.

"Unmengen"

Das sei "Anlass für die Annahme" gewesen, dass der Waldviertler weitere verbotene Waffen im Besitz haben könnte, so Slamanig. Weil der 41-Jährige einer diesbezüglichen Nachschau die Zustimmung verweigert habe, sei beim Bezirksgericht Horn ein Hausdurchsuchungsbefehl erwirkt worden. Ergebnis: Die "Unmengen" - so Sicherheitsdirektor Franz Prucher - an sichergestellten Waffen zum Stückpreis von 500 bis 2.000 Euro, an Kriegsmaterial und Munition.

Der Waldviertler nannte laut Slamanig "Sammlerleidenschaft" als Grund für das bei ihm entdeckte Arsenal. Das Kriegsmaterial und die verbotenen Waffen will er von einem mittlerweile verstorbenen ungarischen Staatsbürger gekauft haben. "Wir werden die Herkunft genau abklären", so der LVT-Leiter.

Gegen den 41-Jährigen wurde ein Waffenverbot verhängt. Daher wurden auch die legalen Pistolen und Gewehre samt Munition beschlagnahmt, so Slamanig. Der Waldviertler war im Besitz einer Waffenbesitzkarte für drei genehmigungspflichtige Schusswaffen. Er wird nun nach dem Kriegsmaterial- und dem Waffengesetz angezeigt. Der maximale Strafrahmen beträgt laut Prucher zwei Jahre.

Der Verdächtige gilt laut den Ermittlern als Einzelgänger. Er ist bisher unbescholten und lebt allein. (APA)

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