Spendenaufkommen in Österreich rückläufig

11. Mai 2005, 22:58
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Für Kinder wird am ehesten Geld gegeben - Mit Grafik

Das Spendenaufkommen in Österreich war zuletzt rückläufig. Das stellte das "Public Opinion GmbH, Institut für qualitative Sozialforschung" in Linz in einer Umfrage fest, deren Ergebnis es am Dienstag veröffentlichte. Demnach wird am ehesten Geld für Kinder gegeben.

Public Opinion führte in den Jahren 1996, 2000 und Ende 2004 jeweils repräsentative Umfragen bei mehr als 1.000 Österreichern ab 16 Jahren durch. Die Ergebnisse hochgerechnet wurden in den vergangenen zwölf Monaten in Österreich rund 270 Mio. Euro gespendet. Damit habe das Volumen gegenüber 2000 um rund 45 Prozent abgenommen, die durchschnittliche Spendenhöhe um 37 Prozent.

Konkurrenzkampf stark zugenommen

Eine vor wenigen Tagen durchgeführte Befragung von Public Opinion bei den wichtigsten Spendenorganisationen habe denn auch ergeben, dass der Konkurrenzkampf unter ihnen in letzter Zeit vehement zugenommen habe. 77 Prozent hätten dies bejaht.

Die Spender gaben nämlich zuletzt jeweils rund 60 Euro. Im Jahr 2000 waren es 95 Euro, im Jahr 1996 rund 80 Euro gewesen. Die Spender hatten unter den Befragten zuletzt einen Anteil von 73 Prozent, vor vier Jahren hatten sie einen Anteil von 81 Prozent, vor acht Jahren 47 Prozent. 1996 spendeten die Österreicher durchschnittlich drei bis vier Mal im Jahr, derzeit tendiert die Spendenhäufigkeit zu drei Mal pro Jahr. Die Meinungsforscher entwarfen aus den Antworten auch ein Bild des "typischen Spenders": Die Person ist überwiegend weiblich, über 50 Jahre alt und verfügt über einen zumeist höheren Bildungsabschluss.

Für Kinder wird am ehesten Geld gegeben

Am ehesten geben die Menschen Geld, wenn es für "Kinder" bestimmt ist. 44 Prozent nannten diesen Spendenzweck. Es folgen mit 23 Prozent Nennungen die "Katastrophenhilfe im Inland" und mit 20 Prozent "Tiere". 19 Prozent öffnen ihre Geldbörse, wenn es um "Behinderte" geht, jeweils 13 Prozent für den "Natur- und Umweltschutz" sowie für die "Katastrophenhilfe im Ausland". Diese Werte müssen jedoch laut den Meinungsforschern angesichts der zur Jahreswechsel eingetretenen Tsunami-Katastrophe und des damit verbundenen Spendenaufkommens relativiert werden. Sie führen als Erklärung an, dass ein entsprechendes Medienecho Betroffenheit erzeuge, die die Österreicher gerne geben lasse. (APA)

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