Streit zwischen SCO und Nachrichtenseite Groklaw eskaliert

31. Mai 2005, 12:33
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Linux Business News outet Groklaw-Betreiberin und bedrängt diese zu Hause - Welle der Empörung über Vorgehensweise

Die Nachrichtenseite Groklaw bietet seit Beginn des Prozesses rund um die angeblichen Copyright-Verletzungen im Linux-Kernel laufend Artikel, die sich kritisch mit SCO und seinen Bestrebungen auseinandersetzen. Ein Umstand, der SCO schon mehrmals zu heftigen Reaktionen bewegt hat, so wollte man vor einigen Monaten bereits ein eigenes Anti-Groklaw ins Leben rufen, musste sich dann aber der Realität stellen, dass man mit der Community-betriebenen Seite einfach nicht konkurrieren konnte und stoppte das Projekt wieder.

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Nun scheint der Streit aber endgültig zu eskalieren, wie heise online berichtet: Nachdem SCO vor kurzem angekündigt hatte, dass man aufdecken wolle, wer hinter Groklaw steht - bisher war nur das Pseudonym Pamela Jones bekannt - und wer die Seite finanziere, machten sich nun die Journalistin Maureen O'Gara, die eine Art Privatfehde gegen Jones führt, daran dies in die Tat umzusetzen. In einem vor wenigen Tagen veröffentlichten Artikel bricht die auch sonst nicht gerade für ihre Seriosität bekannte Journalistin - O'Gara hatte vor nicht all zu langer Zeit aufgrund eines Missverständnisses ihrerseits behaupte, dass der Linux Kernel wegen Copyright-Verletzungen neu geschrieben wird - mit allen journalistischen Prinzipien.

Eskalation

So veröffentlichte sie nicht nur den angeblichen wahren Namen der Groklaw-Betreiberin, sondern auch deren Wohnadresse, ihre Telefonnummer, Alter, Religionszugehörigkeit und Namen von Mutter und Sohn. Dies ganze gespickt mit weiteren persönlichen Details und Fotos von der Wohnumgebung der vermuteten "Pamela Jones", sowie zahlreichen Beschimpfungen.

Bedrängung

Bei ihren Recherchen wurde sie offenbar so aufdringlich, dass die Mutter der vermeintlichen Groklaw-Journalistin sich dazu gezwungen sah, die Polizei zu rufen. Ob O'Gara bei ihren "Recherchen" Unterstützung von SCO erhalten hat, ist zur Zeit nicht bekannt.

Solidarität

Pamela Jones selbst möchte den Artikel von O'Gara vorerst nicht weiter kommentieren, da sie derzeit rechtliche Schritte gegen O'Gara prüft, wie sie auf Groklaw schreibt. Zahlreiche Unterstützung dürfte ihr dabei sicher sein, so haben LeserInnen der Seite spontan für die Kosten einer Klage gespendet.

LinuxWorld

Unterstützung kommt auch von anderer Seite: James Turner, Chefredakteur des LinuxWorld-Magazins, das von der gleichen Firma - Sys-Con - wie die Linux Business News herausgegeben wird, fordert in einer öffentlichen Stellungnahme den Rauswurf von O'Gara. Andernfalls werde er selbst seine Position aufgeben, da er nicht mehr gewillt sei mit einer solchen Art von letztklassigem Journalismus in Verbindung gebracht zu werden. (red)

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