Yline-Gründer Böhm in Nebenverfahren freigesprochen

18. Mai 2005, 10:03
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P.S.K. konnte laut "Wirtschaftsblatt" ominösen Überweisungsauftrag nicht vorlegen

Yline-Gründer Werner Böhm wurde in einem ersten Strafprozess vom Vorwurf der Vollstreckungsvereitelung bzw. des Betruges rechtskräftig freigesprochen, berichtet das "Wirtschaftsblatt" (Dienstagausgabe). Die P.S.K. hatte Böhm angezeigt, weil rund 55.000 Euro, die angeblich gepfändet waren, auf das Konto von Böhms Frau geflossen sind. Böhm soll den Überweisungsauftrag per Fax erteilt haben. Böhm bestritt, das ominöse Fax geschrieben zu haben.

Erhebungen

Bei diesem Prozess ging es allerdings noch nicht um den im Raum stehenden Vorwurf des Betrugs, der Untreue und des Insiderhandels im Zusammenhang mit der Pleite gegangenen Internet-Firma YLine. Die Staatsanwaltschaft Wien hat die in diesem Zusammenhang laufenden Erhebungen gegen knapp zwei Dutzend Personen aus dem Umfeld des YLine-Vorstands, des Aufsichtsrats und der Wirtschaftsprüfung des Unternehmens noch nicht abgeschlossen. Böhm bestätigt dem Blatt, dass das gerichtliche Vorverfahren in Sachen YLine-Pleite nach seinem Wissensstand noch länger dauern werde.

Kein Fax

"Die P.S.K. konnte das Fax nicht vorlegen, weil es nicht auffindbar ist", sagte Böhms Anwalt Johannes Schmidt zur Zeitung. "Das Fax existiert nicht. Das war eine Anpatzerei, weil sie selbst einen Riesen-Fehler gemacht haben." Jetzt prüfe er die Möglichkeit einer Schadenersatzklage.

Zugleich wurde Böhm in diesem Verfahren vorgeworfen, Vergleichszahlungen an zwei ehemalige Mitarbeiter seiner Firma Powerteam nicht geleistet zu haben. "Das haben wir jetzt auch gleich miterledigt", sagt Böhms Verteidiger. Die Zahlungen seien wie ausgemacht von der Ernst Hofmann Privatstiftung geleistet worden. Böhm hatte Forderungen gegen den steirischen Industriellen Hofmann, Ex-Aufsichtsratschef von YLine. Nach einer Klage Böhms einigte man sich auf die Zahlung dieser Mitarbeiterforderung durch die Privatstiftung.(APA)

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    Werner Böhm

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