China "sehr besorgt" wegen Nordkorea

20. Mai 2005, 19:20
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Peking lehnt Druck auf Pjöngjang ab und hält an Sechs-Staaten-Gesprächen fest

Peking - China hat sich nach den Berichten über mögliche Vorbereitungen Nordkoreas für einen Atomtest "sehr besorgt über jüngste Entwicklungen" gezeigt. Der Sprecher des Außenministeriums, Liu Jianchao, bekräftigte am Dienstag aber den Widerstand Pekings, durch Unterbrechungen chinesischer Öl- oder Nahrungsmittellieferungen Druck auf Nordkorea auszuüben oder Sanktionen zu verhängen.

Er reagierte auf Presseberichte, dass die USA "technische" Unterbrechungen chinesischer Energielieferungen vorgeschlagen hätten. Solche Methoden müssten nicht unbedingt wirksam sein, sagte Liu. "Normaler Handel sollte nicht mit der Atomfrage verknüpft werden."

Mahnung

Die Berichte über die Atomtestvorbereitungen konnte der Sprecher nicht bestätigen. Ob es deswegen Kontakte zwischen Peking und Pjöngjang gegeben hat, ließ er auch offen. Liu mahnte Nordkorea aber indirekt vor "Maßnahmen, Worten und Taten, die nicht der Entspannung und einer baldigen Wiederaufnahme der Sechser-Gespräche dienlich sind". Er begrüßte Stellungnahmen aus Pjöngjang und Washington zu einem etwaigen direkten Dialog zwischen beiden Seiten. Das sei nützlich für eine Lösung der Atomfrage.

Peking bemühe sich um eine baldige Fortsetzung der Sechser-Runde mit Nordkorea, den USA, Südkorea, Japan und Russland. "Die Bemühungen Chinas allein sind aber nicht genug." Alle Seiten müssten mehr Flexibilität und Ernsthaftigkeit zeigen. Auf Fragen, ob sich der Sicherheitsrat der Vereinten Nationen mit der Atomfrage beschäftigen solle, sagte der Sprecher nur, China halte die Sechser-Gespräche für den besten Rahmen, und alle Teilnehmer hätten sich für die Fortsetzung der Gespräche ausgesprochen. (APA/dpa)

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