ÖVP erteilt Haubner Abfuhr

10. Mai 2005, 11:55
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Huainigg: "Das Pflegegeld durch Schecks zu ersetzen greift zu kurz und wäre ein Rückschritt"

Wien - Eine Abfuhr beim Koalitionspartner hat sich Sozialministerin Ursula Haubner (B) am Dienstag wegen ihrer Idee eines Pflegeschecks zur Altenbetreuung geholt. Die Einführung des Pflegegeldes als Geldleistung im Jahr 1993 habe sich sehr gut bewährt, meinte ÖVP-Behindertensprecher Franz-Joseph Huainigg in einer Aussendung. Und: "Das Pflegegeld durch Schecks zu ersetzen greift zu kurz und wäre ein Rückschritt."

Das bestehende System unterstütze die Entscheidungsfreiheit der Betroffenen, so Huainigg. Sie selbst könnten bestimmen, durch wen und in welcher Form die erforderlichen Pflegeleistungen erbracht werden. Ein Sachleistungssystem sei dagegen unflexibel und würde die Angehörigen, von denen rund 80 Prozent aller Pflegeleistungen erbracht würden, "im Regen stehen lassen". "Die Entscheidungsfreiheit des Einzelnen würde zudem erheblich beschnitten", so Huainigg. Er rechnet auch mit "enormen Mehrkosten", würde man alle Pflegeleistungen in ein staatliches System überführen.

Er plädierte dafür, das bestehende System an die künftigen Herausforderungen anzupassen. Weitere Verbesserungen für pflegende Angehörige im Bereich der mobilen Dienste sowie Maßnahmen zur Qualitätssicherung seien dringend erforderlich. (APA)

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