Wienerberger: Plus beim Umsatz - Minus beim Ergebnis

20. Mai 2005, 16:25
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Reithofer: Erstes Quartal war "Herausforderung" - Ergebnis um ein Viertel geringer - Prognose für Gesamtjahr bekräftigt

Wien - Der börsenotierte Baustoffhersteller Wienerberger AG hat im abgelaufenen ersten Quartal des Geschäftsjahres 2005 einen um sieben Prozent höheren Konzernumsatz, aber ein um ein Viertel schwächeres Betriebsergebnis erzielt. Wienerberger-Vorstandschef Wolfgang Reithofer bekräftigte am Dienstag aber den Ausblick für das laufende Jahr, einer Ergebnissteigerung um wenigstens 10 Prozent.

Wegen des langen Winters, der frühen Osterfeiertage und einer schwächeren Konjunktur sei das erste Quartal jedenfalls eine "Herausforderung" gewesen, wird Reithofer in der Pressemitteilung zitiert. Bezogen auf das Gesamtjahr habe das erste Quartal aber nur vergleichsweise geringe Aussagekraft.

Absatzrückgänge in Osteuropa

Absatzrückgänge in Osteuropa hätten aber durch Steigerungen in Nord- und Nordwesteuropa weitgehend kompensiert werden können. Neben dem guten Marktumfeld beim "wichtigsten Wachstumsträger" Nord-Westeuropa habe sich "auch erstmals die ganzjährige Vollkonsolidierung von Koramic Roofing und thebrickbusiness positiv auf den Konzernumsatz ausgewirkt", heißt es in der Mitteilung.

Absatzrückgänge in Ungarn, Polen und Deutschland konnten durch Preis- und Mengensteigerungen in Belgien, Holland und Frankreich großteils ausgeglichen werden." In den USA sei die Nachfrage "stark" gewesen, die Kapazitätsauslastung sei "hoch" und das Preisniveau "gut" gewesen.

Abschreibungen drücken aufs Ergebnis

Das Betriebsergebnis (Ebit) ging im 1. Quartal nach den hohen Investitionen des Vorjahres und den daraus folgenden höheren Abschreibungen um 25 Prozent auf 16,1 (21,6) Mio. Euro zurück. Das Ergebnis vor Steuern sank ebenfalls um 25 Prozent auf 10,3 (13,8) Mio. Euro.

Wegen einer geringeren Steuerlast sei das Nettoergebnis aber mit 9,3 (11,0) Mio. Euro um lediglich 15 Prozent zurückgegangen. Der Gewinn pro Aktie sank auf 0,13 (0,17) Euro. Der Konzernumsatz konnte um 7 Prozent auf 333,8 (312,3) Mio. Euro und das Ergebnis vor Abschreibungen Ebitda um 5 Prozent auf 54,3 (51, 9) Mio. Euro gesteigert werden.

Analysten befürchteten Schlimmeres

Analysten hatten im Vorfeld mit einem um 6 Prozent höheren Umsatz, einem um 30 Prozent niedrigeren Ebit und einem um 50 Prozent eingebrochenen Nettoergebnis gerechnet.

Für das Gesamtjahr 2005 rechnet Wienerberger mit einer positiven oder zumindest stabilen Entwicklung in einem Großteil der Märkte. An der Strategie des profitablen Wachstums halte man fest, heißt es in der Pressemitteilung.

Dazu seien in diesem Jahr Wachstumsinvestitionen in Höhe von zumindest 250 Mio. Euro geplant: 70 Prozent sollen im Rahmen von so genannten Bolt-on Projekten in neue Werke oder Werksausbauten fließen, 30 Prozent sind für Übernahmen reserviert.

Größere Investitionen möglich

Je nach Möglichkeit könnten zu den kleineren Wachstumsprojekten auch größere Investitionen treten, hieß es. "Die Hälfte der Investitionen ist für Osteuropa, ein Drittel für Westeuropa und der Rest für die USA vorgesehen", erläutert Wienerberger. "In unseren Wachstumsmärkten Osteuropa und den USA zielen wir auf den Ausbau unserer Positionen und das Wachsen mit dem Markt."

In Bulgarien bereite man den Markteintritt vor, man habe dort bereits mit Importen begonnen. Auch in der Ukraine bereite man sich auf Produktionsstätten vor. In Russland baut Wienerberger das neue Werk bei Kiprewo "und in Westeuropa werden wir weiter akquirieren, um aktiv an der Marktkonsolidierung mitzuwirken und die Positionen auszuweiten." (APA)

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    Wienerberger-Chef Wolfgang Reithofer

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