Zwei Verurteilte im Elektrosmog-Prozess gegen Radio Vatikan

11. Mai 2005, 08:41
posten

Milde Strafe für Generaldirektor des Senders Pasquale Borromeo

Rom - Zwei Leiter von Radio Vatikan sind am Montag wegen angeblich gesundheitsgefährdender Sendeanlagen in Santa Maria di Galeria nördlich von Rom zu milden Strafen verurteilt worden. Der Generaldirektor des Senders, Pasquale Borromeo, und der Präsident des Verwaltungskomitees von Radio Vatikan, Roberto Tucci, wurden von einem Gericht in Rom zu zehn Tagen Haft verurteilt. Da beide nicht vorbestraft sind, werden sie die Strafe nicht absitzen müssen.

Radio Vatikan wurde eine Überschreitung der zulässigen Strahlengrenzwerte vorgeworfen. Einwohner berichteten von einer Häufung von Leukämie-Erkrankungen und leiteten gerichtliche Schritte gegen den Sender ein. Der Vatikan-Sender hatte daraufhin von sich aus die Sendezeiten und die Kapazitäten seiner Anlagen reduziert.

Grenzwertig

Im September 2001 waren die elektromagnetischen Strahlungen auf die italienischen Grenzwerte heruntergefahren worden. Über die gewaltigen Sendemasten sendet Radio Vatikan seine religiösen Programme in 37 Sprachen um die ganze Welt.

Die Einwohner von Santa Maria di Galeria reagierten empört auf die milden Strafen des römischen Gerichts. "Das Gesetz ist nicht für alle gleich", kritisierten Bürgerrechtler, die die Rundfunkanstalt verklagt hatten. Italiens Umweltminister Altero Matteoli äußerte sich dagegen zufrieden, "dass der Fall zu einem Ende gekommen ist". Der Elektrosmog werde weiterhin kontrolliert. (APA)

Share if you care.