Erdogan sieht Möglichkeit zu neuen Zypern-Gesprächen

10. Mai 2005, 16:13
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Türkischer Premier will Frage mit UNO-Generalsekretär Annan erörtern

Ankara - Der türkische Ministerpräsident Recep Tayyip Erdogan ist nach eigenen Worten zuversichtlich, dass die Gespräche über eine Lösung für die geteilte Mittelmeerinsel Zypern wieder in Gang kommen. UNO-Generalsekretär Kofi Annan habe bei einem Gespräch in Moskau am Rande der Gedenkfeiern zum 60. Jahrestages des Kriegsendes in Europa seine Bereitschaft bekräftigt, neue Gespräche zu unterstützen, sagte Erdogan am Montag.

An dem Treffen mit Annan habe auch der Präsident des griechischen Teils Zyperns, Tassos Papadopoulos, teilgenommen. Dieser habe den Vorschlag zu neuen Gesprächen über eine Lösung nicht zurückgewiesen. Im Vergleich zu früheren Äußerungen hätte er sich seiner Auffassung nach vielmehr positiv gezeigt, einen solchen Prozess in die Wege zu leiten. Erdogan fügte hinzu, er werde mit Annan die Zypern-Frage auf seiner für Juni geplanten USA-Reise weiter erörtern.

Widerstand im griechischen Süden

Ein von den Vereinten Nationen (UNO) vermittelter Wiedervereinigungsvorschlag war am Widerstand des griechischen Südens gescheitert. Zypern ist seit der türkischen Invasion von 1974 in einen türkisch besetzten Nordteil und einen griechischsprachigen Süden geteilt. Die Türkei erkennt nur den Nordteil als eigenständiges Land an. Der Rest der Welt sieht dagegen in der im Südteil ansässigen Regierung den legitimen Vertreter Zyperns. Die Türkei fürchtet, dass die griechischen Zyprioten bei mangelnden Fortschritten in Richtung einer Lösung für Zypern ihr Veto gegen Aufnahmegespräche der EU mit der Türkei einlegen könnten. (APA/Reuters)

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