Der Zuckerstreit

9. Mai 2005, 20:04
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Im Konflikt um das weltweite Zuckergeschäft hat Brasilien zuletzt gemeinsam mit Australien und Thailand gegen die EU einen Sieg vor der WTO errungen: Ende April stellte die Welthandelsorganisation fest, dass die Beihilfen für die europäische Zuckerindustrie rechtswidrig seien.

Das WTO-Urteil bedeutet, so das heimische Landwirtschaftsministerium, dass für den Weltmarkt produzierter Zucker aus Europa und jene Mengen, die dem Import aus den Entwicklungsländern des afrikanischen, karibischen und pazifischen Raumes entsprechen, nicht mehr aus Europa exportiert werden dürfen.

Dem Urteil zufolge erhielten die Zuckerexporteure in der EU höhere staatliche Zuschüsse als von der WTO erlaubt. Die größten Zuckerproduzenten in der EU sind mit Abstand Deutschland und Frankreich, die zusammen allein die Hälfte der in den 25 Mitgliedstaaten hergestellten Menge produzieren.

In Österreich könnte aufgrund der drohenden Überkapazitäten eine von drei Zuckerfabriken (Tulln, Hohenau und Leopoldsdorf) aufgelassen werden müssen. Entschieden sei dazu aber noch gar nichts, heißt es beim Eigentümer Agrana, alles hänge davon ab, wie eine neue europäische Zuckermarktordnung nun nach dem Urteil aussehen werde. Diese soll noch vor dem Sommer Realität werden. (red, DER STANDARD, Print-Ausgabe, 10.05.2005)

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