VA-Tech-Übernahme bleibt auch in Brüssel geheime Sache

24. Mai 2005, 19:47
2 Postings

Vorstand verzichtet auf öffentliche Anhörung im Kartellverfahren

Wien - Nach Siemens in der Vorwoche hat am Montag der VA-Tech-Vorstand beschlossen, im laufenden Kartellverfahren in Brüssel auf eine öffentliche Anhörung zu verzichten. Eine Begründung gab das Management dazu nicht ab. Hintergrund dürfte aber sein, dass sich die Tech-Führung zum Übernahmeangebot durch Siemens im Dezember "neutral" verhalten hatte und dies auch weiterhin bleiben wolle.

Damit ist klar, dass erbitterte Gegner der Übernahme wie SMS Demag und Schneider Electric keine öffentliche Bühne für ihre Bedenken und Einwände bekommen. Siemens wird nun, wie angekündigt, versuchen, die noch anstehenden Probleme im Verhandlungsweg auszuräumen.

Die größten Brocken dabei sind der Industrieanlagenbau (VAI) und hier insbesondere die Automation, der Wasserkraftwerksbau (Hydro) und die Antriebstechnik im Bereich Schienenfahrzeuge - DER STANDARD berichtete.

"Kein Kommentar"

"Keinen Kommentar" gab es beim Linzer Anlagenbaukonzern zu den Kalamitäten bei der vorzeitigen Auflösung der Vorstandsverträge von Generaldirektor Klaus Sernetz und Finanzchef Hanno Bästlein. Sie sollten aber spätestens ab Donnerstag, wenn die VA Tech die Zahlen zum ersten Quartal vorlegt, ausgeräumt sein.

Vertagt wurde bei Siemens indes die Entscheidung, Klaus Brenner, bis Sommer 2004 im VA-Tech-Vorstand für Energieübertragung und -verteilung zuständig, in die Führungsetage der Siemens AG Österreich zu berufen. Dagegen habe man im Stammhaus in München Bedenken gehabt, weil die Übernahme noch nicht abgeschlossen sei, heißt es in Siemens-Kreisen. (Luise Ungerboeck, DER STANDARD, Print-Ausgabe, 10.05.2005)

Share if you care.